Bau- und Mietpreise

Wohnen in Hauptstädten wird unerschwinglich

In den vergangenen drei Jahren fielen die Preise für Mieten und Neubauten in Madrid teilweise drastisch - damit ist die spanische Hauptstadt eine totale Ausnahme. Anderswo werden sie schlicht unbezahlbar.

International

Teures Wohnen in den Hauptstädten: Die Kaufpreise für Wohnungen in London oder Rom ziehen deutlich an - in Paris sogar auf Rekordniveau. Berlin und Madrid bleiben dagegen im Vergleich eher günstig.

Der fünf Quadratmeter große Raum in der Pariser Avenue Saint Mandé liegt in einem Altbau auf der sechsten Etage. Kein Wasseranschluss, kaum Licht - eine Abstellkammer in Toilettengröße. Dennoch war die Verkaufsanzeige nach wenigen Tagen mit dem Schild "Vendu" überklebt - verkauft! Die Maklerin macht kein Hehl daraus, dass der geforderte Kaufpreis von 30.000 Euro erzielt wurde. Ein Quadratmeterpreis von 6.000 Euro - in Berlin wird für eine normale Wohnung gerade einmal die Hälfte gefordert.

Quadratmeter-Preis bei 6.680 Euro

Auch in anderen europäischen Metropolen belebt sich der Markt. In London etwa kostet eine 50- bis 60-Quadratmeter-Wohnung in halbwegs vernünftiger Lage um die 350.000 Euro, also mehr als 7.000 Euro pro Quadratmeter. Wer Pech hat, findet dafür dann Schimmel an den Wänden, Mäuse im Keller und einfach verglaste Fenster vor.

Die Preise haben sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren zwar nur unwesentlich verändert. Doch einem kleinen Einbruch in der Finanzkrise folgte rasche Erholung. Viele Viertel sind zudem im Modernisierungsprozess; die Preise steigen dort rasant - besonders, wenn die Stadtteile an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Noch unklar ist bisher der Effekt der bevorstehenden Olympischen Spiele.

In Paris macht der verrückte Wohnungsmarkt seit Wochen auf den Titelseiten Schlagzeilen. Nie zuvor lagen die Preise dort so hoch: die Notarkammer berichtet von einem Rekord bei den Preisen für Altbauten, die wie in anderen Metropolen auch weiter das Gros der Wohnungen ausmachen.

Im Schnitt liegt der Quadratmeter-Preis bei 6.680 Euro - im beliebten Viertel Saint-Germain sogar bei 12.440 Euro. "Die Nachfrage hat das Angebot weit hinter sich gelassen", erklärt der Vorsitzende der Notarkammer für den Großraum Paris, Christian Lefebvre.