Großbau

Wird das Happel-Stadion abgerissen?

Politik, Denkmalschutz und ÖFB lassen das Neubau-Thema neu entflammen. Das ist der aktuelle Stand.

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Zehn Jahre können eine lange Zeit sein. So lange ist es her, dass das Ernst-Happel-Stadion in Wien das letzte Mal saniert wurde. Allerdings für 35 Millionen Euro. So eine gewaltige Summe sollte schon eine Zeit lang reichen. Trotzdem heißt es vom ÖFB, das Stadion sei für Großereignisse nicht mehr tauglich.

Trotzdem wird nun wieder laut über eine Abriss des Fußballstadions nachgedacht. An seiner statt sollte dann – am selben Standort – ein neues Stadion gebaut werden. Das möchte zumindest FPÖ-Sportminister Heinz-Christian Strache. Und er ist nicht der erste mit dieser Idee. Bereits der ehemalige Sportminister Hans Peter Doskozil von der SPÖ ließ mit der Möglichkeit eines Neubaus aufhorchen – in Zusammenhang mit einer Machbarkeitsstudie im Juni 2017. Seither war es wieder ruhig um das Thema geworden.

Geschützt oder nicht?

Strache macht kein Hehl aus dem Fakt, dass er sich das Happel-Stadion weg wünscht. Allerdings steht dieses unter Denkmalschutz. Im April möchte sich der Sportminister deswegen mit dem Wiener Sportstadtrat Andreas Mailath-Pokorny von der SPÖ treffen und abklären, ob das gesamte Stadion oder nur Teile davon denkmalgeschützt sind.

Eigentümer des Stadions ist die Stadt Wien, doch auch die könnte gegen einen Denkmalschutz nichts unternehmen. Im Juni 2017 hieß es vom Bundesdenkmalamt zudem, dass ein Abriss nicht möglich sein werde. Ein neues Stadion könnte natürlich trotzdem gebaut werden – bloß an einer anderen Stelle.

Der ÖFB, der allerdings mit der Finanzierung kaum etwas zu tun haben würde, bevorzugt den derzeitigen Standort für einen Neubau. Eine neuerliche Sanierung wünscht sich der Verband eher nicht.

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