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Strabag parkt Deripaskas Dividende

Was mit dem Geld des Miteigentümers jetzt passiert.

Strabag Österreich Russland USA Oleg Deripaska

Der österreichische Baukonzern Strabag reagiert auf die US-Sanktionen gegen Russland. Der von den USA namentlich sanktionierte Deripaska, der über seine Rasperia Trading Limited 25,9 Prozent an der Strabag hält, soll bei der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2017 zunächst kein Geld bekommen, teilte das Unternehmen Dienstagnachmittag mit.

Bei der Bilanzpressekonferenz hatte es geheißen, man überlege eine Treuhandlösung.

Deripaska werde als Specially Designated National (SDN) qualifiziert, mit der Auszahlung von Dividenden an die Rasperia könnten dem Bauriesen also Sanktionen drohen. Um dies zu verhindern, soll die Ausschüttung so erfolgen, dass es "keine Zahlung von Dividenden an die Aktionärin Rasperia Trading Limited ('Rasperia')" gibt.

Die Kommunikationsabteilung der Strabag teilte auf SOLID-Anfrage mit: "Die Rasperia zustehende Dividende für das Geschäftsjahr 2017 verbleibt nach der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung vorerst bei der Gesellschaft und wird als Verbindlichkeit gegenüber Rasperia ausgewiesen. Es handelt sich daher nicht um eine Streichung der Rasperia zustehenden Dividende, sondern nur um einen Einbehalt, solange bis Rasperia die geforderten Voraussetzungen (kein SDN zu sein bzw. mehrheitlich einem SDN zu gehören) erfüllt."

Für die übrigen Aktionäre soll sich de facto nichts ändern. "Mit dieser Vorgangsweise stellt der Vorstand sicher, dass die STRABAG SE keinem Sanktionsrisiko ausgesetzt wird und sämtliche von den Sanktionen nicht betroffene Aktionärinnen und Aktionäre beziehungsweise deren Depotbanken die Auszahlung der Dividenden mit geringem praktischem Mehraufwand bewirken können", so der Konzern. (APA/red.)