Bauwirtschaft

Schwarzarbeit – So viel verlieren Bauunternehmen jedes Jahr

Die Schwarzarbeit ist in der EU rückläufig – Grund zum Feiern ist das aber noch nicht. Denn immer noch kostet die Schattenwirtschaft die „echte“ Wirtschaft in Österreich wie Deutschland Milliarden.

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Schwarzarbeit Deutschland Wien Bauwirtschaft Handwerk

Laut einer Schätzung durch das Institut der deutschen Wirtschaft, das im November über 800 Unternehmen dazu befragt hat, gehen der deutschen Wirtschaft jährlich Umsätze von 300 Milliarden Euro durch Schwarzarbeit verloren. Die davon am stärksten betroffene Branche ist die Bauwirtschaft. Jedes zehnte deutsche Bauunternehmen schätzt demnach seine Umsatzverluste durch Schwarzarbeit auf bis zu 30 Prozent – Betonung auf „schätzt“. Zwar lässt sich realtiv gut ermitteln, wie viel Geld in der Schattenwirtschaft steckt; doch wie viel davon bestimmte Unternehmen hätten verdienen können, bleibt natürlich Mutmaßung. Betroffen von Verlusten durch Pfusch sollen laut der Studie besonders die KMU sein.

Schwarzgeld, Baumafia, Betrug © Fotolia

Deutschland geht es mit diesen Zahlen im internationalen Bereich noch relativ gut. Besser noch geht es Österreich, das bei der Schattenwirtschaft positives EU-Schlusslicht ist – knapp hinter den Niederlanden und Luxemburg. Aber auch hierzulande machte die Schwarzarbeit 2018 schätzungsweise 18,29 Milliarden Euro gesamt und 7,13 Milliarden in der Baubranche aus. Mit diesen Zahlen geht Friedrich Schneider, Professor für Volkswirtschaft an der Johannes-Kepler-Universität in Linz, von gut 6,5 Prozent Anteil an der österreichischen Wertschöpfung aus – ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Rückgang erklärt Schneider unter anderem mit dem Sinken der Arbeitslosigkeit. 

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Ist die Schwarzarbeit auch in jedem Bundesland rückläufig, ist sie aber speziell in der Baubranche immer noch recht stark. Der Pfusch am Bau beträgt landesweit unglaubliche 39 Prozent. In Wien ist sie mit 1,9 Milliarden Euro am stärksten, gefolgt von Oberösterreich mit 1,2 und Niederösterreich mit 1,1 Milliarden.

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