Niederösterreich

Neue Werft in Korneuburg nimmt Gestalt an

Sechs international renommierte Architekturbüros entwickeln im Rahmen eines kooperativen Verfahrens gemeinsame „Spielregeln“ für die Bebauung.

Signa Niederösterreich

Ein wichtiger Teil der Geschichte Korneuburgs wird kontinuierlich aus der Vergangenheit in eine strahlende Zukunft geführt. Auf dem Areal der ehemaligen Werft in Korneuburg direkt an der Donau errichten SIGNA und Stadt Korneuburg gemeinsam in den nächsten zehn bis zwölf Jahren ein neues, attraktives Quartier für Wohnen, Arbeiten, Kultur, Freizeit, Hotel und Gastronomie. 

In wenigen Wochen erfolgt der Startschuss für das kooperative Verfahren, in dessen Rahmen sechs renommierte Architektenteams aus Österreich und dem skandinavischen Raum – DMAA, Berger + Parkkinen, Maurer & Partner, COBE, JAJA Architects und SNOHETTA – die grundlegenden Richtlinien für die Bebauung festlegen. Darüber hinaus stehen die Themen Mobilität, Natur- und Freizeitorientierung sowie Nachhaltigkeit im Fokus. 

Mit der in mehreren Etappen geplanten Realisierung des 15 Hektar großen Areals entsteht hochwertiger Lebensraum für 1400 – 1700 Menschen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. Damit ist die Entwicklung des seit Beginn der 1990er Jahre stillgelegten Werftgeländes eines der größten Immobilienprojekte in Niederösterreich des kommenden Jahrzehnts. 

White Paper zum Thema

„SIGNA ist 2019 als neuer Grundeigentümer in Teilen der Werft mit der Stadt Korneuburg in die Projektentwicklung eingestiegen, die bereits 2016 mit dem Planungs- und Beteiligungskonzept „Alte Werft. Neue Ideen.“ begonnen hat. „Ein wichtiges Element des Planungsprozesses war von Beginn an die Belebung der Liegenschaft sowie deren Vernetzung mit der Stadt“, sagt Bürgermeister Christian Gepp. 

Die räumliche Anbindung wird durch eine direkte Wegverbindung über den Bahnhof in die Stadtmitte sichergestellt. Zusätzlich ist die Errichtung einer Autobahnauf- und -abfahrt („Anschlussstelle Korneuburg Donau“) sowie eine Anbindung der Anschlussstelle an die Landesstraße B3 geplant. „Korneuburg rückt damit an die Donau. Die neue Werft soll als Teil der Stadt wahrgenommen werden und dazu gehört sowohl eine räumliche als auch ideelle Verlinkung. Ein wesentlicher Aspekt für die erfolgreiche Integration stellt eine aktive Bürgerbeteiligung dar.“

Ein neues Quartier am Puls der Zeit
Das Areal wird mit einer vielfältigen und lebendigen Nutzung für unterschiedliche Zielgruppen punkten, die sowohl urbanen Lebensstil als auch die Nähe zur Natur wertschätzen. „Stadtentwicklung in diesem Ausmaß braucht eine ausgewogene Struktur für ein harmonisch, lebendiges Sozialgefüge. Im Rahmen des kooperativen Verfahrens sollen auch innovative Wohnkonzepte entwickelt werden, die den Bedürfnissen aller Generationen und verschiedenen Lebensmodellen Rechnung tragen“, sagt SIGNA Holding Geschäftsführer Christoph Stadlhuber. Derzeit ist der Anteil an leistbarem Wohnen noch Gegenstand von Gesprächen. Grundlage für diese Verhandlungen ist der Gemeinderatsbeschluss, mindestens 20 Prozent für leistbares Wohnen zu reservieren.

Werftmitte – lebendiges Zentrum
Neben der elementaren Nutzung „Wohnen“ – dafür ist im Wesentlichen die „Halbinsel“ vorgesehen – soll in der „Werftmitte“ das Herz des neuen Stadtteils schlagen: Ein lebendiges Zentrum mit Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen sorgt für viele Alternativen der Freizeitgestaltung. Ebenfalls im Mittelpunkt der Werft liegt neben den denkmalgeschützten Hallen, der Slipanlage und dem Kran das rund fünf Hektar große Werftbecken. Die daraus resultierende Atmosphäre ist einzigartig. „Konkrete Vorgabe für die Planer ist: Von jeder Wohnung muss man auf das Wasser sehen können“, so Christoph Stadlhuber. „Wahrer Luxus ist beispielsweise, im Sommer frühmorgens in das Werftbecken zu springen oder durch den Natura 2000 Auwald zu spazieren“. Besonderer Wert liegt daher auf den, auch in Zukunft für alle Korneuburgerinnen und Korneuburger frei zugänglichen, Außenräumen des Quartiers. Die Architekten werden daher von Beginn durch einen Freiraumplaner begleitet. 

„In Österreich gibt es an der Donau keine vergleichbare Fläche in dieser Dimension mehr. Die einzigartige Lage am Wasser, die vielfältigen Nutzungs- und Erholungsmöglichkeiten sowie die naheliegenden Grün- und Freiräume sorgen für ein besonders hohes Maß an Wohn- und Lebensqualität. Wir freuen uns nun darauf, die nächste Phase dieses Vorzeigeprojekts für alle Korneuburgerinnen und Korneuburger starten zu können“, so Christoph Stadlhuber. 

Nachhaltiger Stadtteil
Die Entwicklung der Werft orientiert sich aber auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit an Superlativen. Entsprechend ambitioniert sind die Ziele. Denen gemäß soll der Energiebedarf vor Ort – vor allem durch die Nutzung von Sonne und Wasser – gedeckt und damit Autarkie angestrebt werden. Im Zuge eines Mobilitätskonzepts werden alle Möglichkeiten, sich am Boden, in der Luft oder am Wasser von A nach B zu bewegen, evaluiert. Insgesamt entstehen in der neuen Werft rund 700 Arbeitsplätze, womit der neue Stadtteil neben Lebensraum auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt.