Deutschland

Hochtief legt zu

Baukonzern hat durch Ergebnis des dritten Quartals nötige "Kleingeld" für Abertis-Übernahme.

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Der deutsche Baukonzern Hochtief geht mit steigenden Gewinnen im Rücken in den milliardenschweren Übernahme-Poker um den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis. "Hochtief liefert weiter gute Ergebnisse und agiert aus einer Position der Stärke", erklärte Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes bei der Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal am Dienstag.

Zugleich warb er für die Übernahmepläne: Zusammen mit Abertis würde ein "integrierter Infrastrukturkonzern mit einzigartiger globaler Ausrichtung entstehen". Hochtief hatte dank florierender Geschäfte seiner Töchter in Australien und Nordamerika sowie Einsparungen im dritten Quartal den bereinigten operativen Konzerngewinn um 35,1 Prozent auf 119,8 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Der Auftragseingang legte um 34 Prozent auf 7,66 MilliardenEuro zu, der Auftragsbestand summierte sich auf rund 42,9 Milliarden Euro.

Der Hochtief-Konzern, dessen Aktienmehrheit die spanische ACS kontrolliert, hatte im Oktober ein rund 17,1 Milliarden Euro schweres Offert aus Barmitteln und Aktien für Abertis vorgelegt. Doch auch der italienische Atlantia-Konzern hat die Spanier im Visier und könnte sein Angebot Insidern zufolge noch einmal nachbessern, um Hochtief aus dem Rennen zu werfen. Das bisherige Angebot des von der Benetton-Familie kontrollierten Atlantia-Konzerns hat auf vergleichbarer Basis einen Wert von rund 15,7 Milliarden Euro.

Er sehe das Hochtief-Offert "als äußerst attraktive Chance für die Aktionäre", warb der Hochtief-Chef. Ein Zusammenschluss beider Unternehmen biete "ein hohes Wertschöpfungspotenzial sowie eine deutlich höhere Aktionärsvergütung". Hochtief versucht, die Investoren auch mit dem Versprechen höherer Dividenden zu umgarnen. Ab 2018 könnte sich die Ausschüttungsquote in Richtung von 90 Prozent des Gewinns entwickeln, hatten die Essener angekündigt.

Hochtief will mit einer Übernahme seine Wertschöpfungskette verlängern - der Essener Konzern könnte dann mit Abertis gemeinsame Projekte mit der öffentlichen Hand wie Maut-Autobahnen planen, bauen und betreiben. Abertis betreibt mautpflichtige Straßen und Autobahnen in Spanien und ist auch in Chile und Brasilien aktiv. Insgesamt umfasst das Straßennetz mehr als 8.600 Kilometer in 14 Ländern.

Seine Jahresprognose bekräftigte Hochtief: Im laufenden Jahr peilen die Essener weiter einen operativen Konzerngewinn von 410 bis 450 Millionen Euro an, das entspricht einer Steigerung von 13 bis 25 Prozent gegenüber 2016. Der Umsatz soll um mehr als zehn Prozent steigen. (APA)

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