Westbahn, conwert, Signa & Co.

Hans-Peter Haselsteiner Strabag Österreich

HPH bei der Eröffnung der Tiroler Festspiele Erl - die Strabag-Vergangenheit hat er nicht abgelegt

Im Bereich Wirtschaft beschränkte sich Haselsteiner keinesfalls auf die Lenkung des Strabag-Konzerns, sondern beteiligte sich auch an einer Reihe von anderen Unternehmen. So trat der promovierte Handelswissenschaftler mit der mehrheitlich privaten Westbahn, die 2011 gegründet wurde, gegen die Bundesbahnen (ÖBB) an. Gewinn steht dabei nicht im Fokus - der private Zuganbieter, bei dem die Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit 49,9 Prozent größter Anteilseigner ist, war der im Wirtschafts-Compass zuletzt veröffentlichten Bilanz zufolge auch 2017 noch in den roten Zahlen unterwegs.

Doch auch in der Immobilienbranche mischt(e) der Baulöwe mit, indem er in Firmen wie die conwert, die inzwischen dem größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia gehört, oder die Signa-Gruppe rund um den Tiroler Großinvestor Rene Benko einstieg. 2009, ein Jahr nach den Anfängen der weltweiten Finanzkrise, übernahm Haselsteiner mit Partnern die finanziell angeschlagene Semper Constantia Privatbank, die mittlerweile zur Gänze an die Liechtensteinische Landesbank weiterverkauft wurde. Und erst kürzlich sicherte er sich die Mehrheit am Betreiber des Energiewechsel-Start-ups "Energy Hero" des früheren Bundeskanzlers und Ex-SPÖ-Chefs Christian Kern sowie dessen Ehefrau Eveline Steinberger-Kern.

Von der Haselsteiner Familienstiftung gehen 51 Prozent der Ausschüttung an kulturelle und soziale Zwecke, 49 Prozent an die Begünstigten. Der bald 75-jährige Haselsteiner hat drei eheliche Söhne - Johannes, Sebastian und Klemens - sowie (seit 2002) Nachzügler Simon. Sein sehnlicher Wunsch nach einer Tochter blieb unerfüllt. Der Weinkenner mit Zweitwohnsitz in Bozen gilt als einer der wohlhabendsten Menschen Österreichs. Der Strabag steht Haselsteiner nach wie vor als Generalbevollmächtigter zur Verfügung. (APA)