Flughäfen

Gibt Atlantia den Betrieb römischer Flughäfen ab?

Die dem Familienunternehmen Benetton unterstehende Infrastrukturholding Atlantia will sich von ihrer Betreibergesellschaft der römischen Flughäfen trennen – zumindest teilweise. Was das mit dem Brückeneinsturz von Genua zu tun hat, lesen Sie hier.

Atlantia Flughafen

Die im Besitz der italienischen Unternehmerfamilie Benetton stehende Infrastrukturholding Atlantia will sich von einem größeren Anteil an der Betreibergesellschaft der römischen Flughäfen AdR trennen. Ein Minderheitspaket von bis zu 49 Prozent will Atlantia an der börsennotierten AdR-Gesellschaft veräußern, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Sole 24 Ore" (Dienstagsausgabe).

Auch Anteile an der Tochter Telepass, die in der Entwicklung elektronischer Mautsysteme spezialisiert ist, will Atlantia verkaufen, berichtete das Blatt. Erwartet wird, dass Infrastrukturfonds die angebotenen Anteile erwerben könnten. Durch den Verkauf von Minderheitsanteilen an AdR und an Telepass will Atlantia sein internationales Wachstum vorantreiben.

Der Infrastrukturkonzern Atlantia, der über seine Tochter "Autostrade per l'Italia" (ASPI) rund die Hälfte des Autobahnnetzes des Landes betreibt, ist seit dem Brückeneinsturz in Genua im August 2018 mit 43 Todesopfern stark unter Druck geraten. Dem Autobahnbetreiber werden seitdem schwere Mängel bei den Instandhaltungskosten der Autobahnen und ihrer Brücken vorgeworfen. Untersuchungen des Unglücks brachten gefälschte Sicherheitsberichte über die von Atlantia betriebenen Brücken ans Licht. Die Fünf-Sterne-Bewegung, stärkste Partei in Italiens Regierungskoalition, will "Autostrade per l'Italia" die Autobahnkonzession entziehen. Die mitregierenden Sozialdemokraten wollen diese zumindest überprüfen.

Atlantia ist ein weltweit tätiger Konzern mit mehr als 11 Milliarden Euro Umsatz. Er betreibt Flughäfen und Autobahnen in vielen Ländern und ist auch an der deutschen Hochtief AG beteiligt. Im September war der Chef Atlantias, Giovanni Castellucci, auf Druck der Eigentümerfamilie Benetton zurückgetreten. Gegen Castellucci, der nach 13 Jahren seinen Chefposten abgab, und seine Manager laufen Ermittlungen wegen des Brückeneinsturzes in Genua.

Castelluccis Kompetenzen bei Atlantia wurden vom Generaldirektor Giancarlo Guenzi und Verwaltungsratspräsidenten Fabio Cerchiai übernommen. Im Februar soll Atlantias Aufsichtsrat zwei CEOs ernennen, einer für das internationale, der andere für das inländische Geschäft.  (apa/red)

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