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Flughafen BER: Brandschutz weiter kritisch

Kommt es doch zu einem Jahrzehnt Verspätung?

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Der neue deutsche Hauptstadtflughafen BER kann nach Angaben von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Sommer 2019 fertiggestellt sein. Dann könnten die sogenannten Wirkprinzip-Prüfungen zum Test der Anlagen beginnen, sagte Lütke Daldrup am Dienstag in Potsdam im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags zu dem Milliardenprojekt.

Allerdings bestehe noch Uneinigkeit mit den TÜV-Experten darüber, ob die Prüfungen bereits Anfang des Sommers oder erst Ende des Sommers beginnen können.

Der TÜV rechne mit einem längeren Zeitraum als die Geschäftsführung, sagte Lütke Daldrup. In jedem Fall könnten die Prüfungen im Herbst 2019 abgeschlossen sein. Dies ist notwendig, um den BER wie geplant im Herbst 2020 eröffnen zu können. "Dieser Termin ist in keinem Fall gefährdet", hieß es.

Kritisch seien nach wie vor die Brandmeldeanlage mit 30.000 Brandmeldern und vier Zentralen sowie die Verkabelung für den Notstrom und die Sicherheitsbeleuchtung, räumte Lütke Daldrup ein. Dagegen seien die Sprinkleranlage und die Steuerung der Entrauchung im Brandfall weitgehend fertig.

Auch die Kabel zur Befeuerung der Südbahn müssen erneuert werden, nachdem sie jahrelang unter Wasser standen. Beim Bau im Jahre 2011 habe man offensichtlich auf wasserdurchlässige Schächte gesetzt und gehofft, dass das Regenwasser im märkischen Sand versickert, sagte Lütke Daldrup. Vor dem Austausch der Kabel soll nun zunächst die fehlende Drainage in die Schächte eingebaut werden.

Eigentlich sollte der Flughafen 2011 in Betrieb gehen und zwei Milliarden Euro kosten. Die Eröffnung wurde wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen mehrfach verschoben. Auch die Kosten sind gestiegen. Der Finanzrahmen liegt nun bei 6,5 Mrd. Euro.

Die Finanzierung sei bis zum geplanten neuen Eröffnungstermin im Herbst 2020 gesichert, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider. Dazu sei inzwischen auch die zweite Tranche eines Bankendarlehens freigegeben worden. Die Flughafengesellschaft habe zudem im vergangenen Jahr mit den Flughäfen Tegel und Schönefeld 100 Mio. Euro erwirtschaftet.

Auch in diesem Jahr hätten sich die Fluggastzahlen in Tegel trotz der Insolvenz von Air Berlin im Herbst 2017 nach oben entwickelt, berichtete der Flughafenchef. In diesem Jahr würden 35 Millionen Passagiere in Tegel erwartet gegenüber 33,2 Millionen im Vorjahr. Größter Kunde sei Easyjet mit einem Anteil von 30 Prozent in Tegel und Schönefeld, gefolgt von Lufthansa mit 24 Prozent und Ryanair mit 15 Prozent. (APA)