Kroatien

Chinesisches Konsortium schlägt Strabag & Co.

Infrastrukturprojekt in Kroatien ging an Chinesen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hochbau Strabag Kroatien China Großprojekt Brücken

Ein chinesisches Konsortium baut die von der EU finanzierte strategische Brücke auf der Halbinsel Peljesac im Süden Kroatiens. Das Angebot aus China sei mit einem Nettopreis von knapp 270 Millionen Euro deutlich günstiger gewesen als das des österreichischen Mitbewerbers Strabag, teilte die staatliche Straßenbehörde am Freitag in Zagreb mit.

Die 2,4 Kilometer lange Brücke soll innerhalb von drei Jahren stehen und in 55 Metern Höhe vom kroatischen Festland über die Halbinsel Peljesac und wieder zurück aufs Festland führen. Damit werden erstmals beide kroatische Landesteile und somit auch das EU-Gebiet direkt miteinander verbunden. Denn das Nachbarland Bosnien-Herzegowina reicht auf 23 Kilometern Länge bis an die Küste und unterbricht damit Kroatiens Territorium am Meer.

Das südliche Dalmatien mit seiner Urlauberhochburg Dubrovnik war dadurch seit der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 vom großen Rest des Landes abgeschnitten. Als das Land 2013 der EU beitrat, war damit auch die EU-Landkarte unterbrochen, denn Bosnien-Herzegowina ist kein Mitgliedstaat. Das war offensichtlich auch der Grund, warum Brüssel das Gesamtprojekt, zu dem auch 20 Kilometer Autobahn zählen, mit 357 Millionen Euro unterstützen will.

Das kroatische Zeitungsportal "Jutarnji list" berichtete, die EU-Kommission habe Zagreb davor gewarnt, den Auftrag einem chinesischen Unternehmen zuzusprechen. Zahlreiche große europäische Unternehmen hätten in Brüssel dagegen protestiert. Erstmals habe China einen so großen Auftrag für ein Infrastrukturprojekt in der EU erhalten, berichteten die heimischen Medien. (APA) 

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