Österreich

BAUAkademie OÖ wird umfassend erweitert

In der ersten Bauphase werden 9 Millionen Euro investiert, der Baubeginn ist für Herbst 2021 geplant.

Bauakademie Oberösterreich Harald Kopececk

Landesrat Achleitner, Bürgermeister Würzburger, Landesinnungsmeister Hartl, BAUAkademie-Obmann Pichler, BAUAkademie-Geschäftsführer Kopececk

Wie mit Innovationsgeist und Weitblick die BAUAKademie OÖ bereits seit fast vier Jahrzehnten jährlich rund 600 Lehrlingen und 3000 Teilnehmenden die Aus- und Weiterbildung für die österreichische Bauwirtschaft ermöglicht, davon konnte sich Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bei seinem Besuch am Standort Lachstatt in Steyregg ein Bild machen. 

Das Land OÖ hat in der Vergangenheit Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt und wird dies in Zukunft auch unter anderem für Jugendliche tun. „In Lachstatt wurde vor 40 Jahren ein Ort zur Aus- und Weiterbildung für die Bauwirtschaft geschaffen. Hier kann sich das Bauwissen richtig entfalten, vom Lehrling bis zum Akademiker findet jeder das passende Angebot für die Karriere am Bau“, ist Landesrat Markus Achleitner überzeugt. „Die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in den Bauhandwerkerschulen leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unseren Betrieben die dringend benötigten Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Deshalb unterstützt das Land OÖ ganz bewusst dieses Weiterbildungsangebot und hat seine Förderung nun sogar auf 1.000 Euro je Schüler/in und Schuljahr erhöht. Seit 1996 hat das Land OÖ für diese Unterstützung für Bauhandwerkerschüler/innen bereits zwei Mio. Euro aufgewendet“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Damit die BAUAkademie der steigenden Nachfrage entspricht und die Modernisierung und Digitalisierung des Aus- und Weiterbildungsangebotes weiter umsetzen kann, wird der Standort umfassend erweitert. Der Ausbau der BAUAkademie OÖ wird im Sinne eines topmodernen und zukunftsorientierten Bildungszentrums für die Bauwirtschaft mit der Bezeichnung „Bau.Wissens.Zentrum.“ (BWZ) geplant.  9 Millionen Euro wird die Bauinnung der Wirtschaftskammer OÖ in den Umbau am Standort in Steyregg im ersten Schritt investieren. Der Baubeginn des Innovations-, Service- und Bildungszentrums der Baumeister ist mit Herbst 2021 geplant, die Fertigstellung des Umbau- und Erweiterungsprojekts ist für Sommer 2023 vorgesehen. „Das neue ‚Bau.Wissens.Zentrum‘ entspricht perfekt der Absicht der Bauinnung, am Bau neueste Verfahren einzusetzen. Immerhin werden hier auch die neuesten Technologien unterrichtet“, unterstreicht Norbert Hartl, Landesinnungsmeister Bau der Wirtschaftskammer OÖ.

Ziel des Entwurfs der „F2 Architekten“ aus Schwanenstadt ist es, der BAUAkademie den Weg in die Zukunft zu bereiten, der Zeit voraus zu sein und durch ein völlig neues räumliches Konzept Klarheit und Identität zu geben.

„Ein entscheidender Architekturgedanke war, dass es ein Verbindungsglied zwischen Alt und Neu geben muss. Ein repräsentativer Eingang sowie ein lichtdurchflutetes Foyer dienen als Empfang und Drehscheibe für alle angebotenen Aktivitäten und Lehrtätigkeiten. Als zweiter wichtiger Architekturansatz wurde für den Campus eine Anordnung von Gebäuden im Grünraum gewählt“, so Christian Frömel, Architekt und Gründer von „F2 Architekten“. Die Architektursprache der unterschiedlichen, angedockten Funktionen und Neubauten soll in einer zurückhaltenden und besonders qualitätsvollen Materialität den modernsten Qualitätsanspruch der Bauwirtschaft darstellen. Einerseits wird die Verwaltung mit einer hochwertigen Lochblechfassade eingehaust und werden so die Gewerke der Spengler und Fassadenbauer widergespiegelt, andererseits die zurückhaltende Seminargebäudefassade, die alte Putztechniken und Schalungstechniken wiederaufleben lassen soll.

„Das BWZ deckt wichtige Serviceaufgaben und Innovationen für unsere Baubetriebe ab und der Zuspruch ist enorm. Seit der Gründung 1982 wurden bereits 23.000 Lehrlinge und rund 50.000 Fach- und Führungskräfte ausgebildet. Insgesamt absolvieren jährlich über 10 Prozent der Fach- und Führungskräfte der Baubranche Lehrgänge und Fachseminare in Steyregg. Dadurch konnte die arbeitsplatznahe Qualifizierung bestens abgedeckt und in vielen Bereichen sogar gesteigert werden. Durch die Erweiterung ist das Aus- und Weiterbildungszentrum bestens für die Zukunft gerüstet“, betonen Norbert Hartl und Herbert Pichler, Landesinnungsmeister-Stv. und Obmann der BAUAkademie OÖ.

Mit 450 Wissensveranstaltungen und 42.000 Teilnehmertagen im Jahr ist der Vorreiter für gesamtheitliches Bauwissen - von dem für den Baulehrling mit der trialen Baulehre bis zu dem für die Bau-Führungskraft - eine der großen, spezialisierten Bildungseinrichtungen in Oberösterreich und in Teilbereichen in Österreich. „Wir werden in den kommenden Monaten den Bereich Digitalisierung für die Baubranche verstärkt ausbauen. Mit dem räumlichen Ausbildungsdreieck BAUAkademie OÖ, FH Hagenberg und Technische Universität wollen wir uns österreichweit als Speerspitze für die Digitalisierung im Bau etablieren. Somit gliedert sich das BWZ perfekt in die Kette der zukunftsweisenden Ausbildungsstätten ein“, kündigt Norbert Hartl die Digitalisierungsstrategie für das Ausbildungszentrum an. Mit modernisierten Bildungsangeboten, zunehmend digitalen Inhalten und Karrieremöglichkeiten bleiben die Auszubildenden am Puls der Zeit.

„Die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in der Baubranche leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unseren Betrieben die dringend benötigten Fachkräfte zur Verfügung zu stellen und die Braubranche noch stärker zu professionalisieren. Deshalb unterstützt das Land Oberösterreich ganz bewusst diese Weiterbildungsangebote. Wir geben Vollgas bei der Qualifizierung: 247 Millionen Euro stehen im ‚Pakt für Arbeit und Qualifizierung‘ zur Verfügung, davon profitieren 98.150 Personen, ein Drittel davon Jugendliche. Oberösterreich hat zahlreiche innovative Unternehmen und exzellente Bildungseinrichtungen, die den Standort stärken. Der Umbau der BAUAkademie ist ein weiterer Meilenstein für die Baubranche und unterstreicht, wie wichtig es ist, dass alle Akteure an einem Strang ziehen“, betont Landesrat Markus Achleitner.

National erfreut sich die Ausbildungsstätte eines positiven Besucherfeedbacks, es kommt vom Baulehrling genauso wie vom MBA-Studenten oder dem Teilnehmer an einem World Skills-Training. Die „Leader am Bau“ mit Blick für das Ganze auszubilden und ihnen das nötige Rüstzeug für das erfolgreiche Managen eines Unternehmens mitzugeben, ist ein Schwerpunkt der BAUAkademie OÖ.  Alle „Gäste“ finden bereits jetzt an diesem Standort die optimalen Lernbedingungen und das wird auch in Zukunft so sein. Jugendliche erhalten hier eine Ausbildung zum Hoch-, Tief- und Betonbauer. Für besonders engagierte Lehrlinge wurde die Baukaderlehre umgesetzt, im vierten Lehrjahr bietet die Kaderschmiede einen zusätzlichen Schwerpunkt und vertiefendes Baumanagementwissen an und die Lehrlinge werden zu Spezialisten ausgebildet. Im Herbst des vergangenen Jahres startete die von der BAUAkademie OÖ geschaffene E-Learning-Plattform „www.e-baulehre.at“ mit umfassenden Online-Tutorials, Lehrvideos und Wissenschecks. Damit werden Fachkenntnisse zeitgemäß und zielgerichtet vermittelt. „In Oberösterreich sind wir im Rahmen der trialen Baulehre einmal mehr die Anlaufstelle für die Ausbildung der Bauführungskräfte der Zukunft. Das Fundament wurde hierfür geschaffen. Besonders erfreulich sind Aktivitäten und Erfolge in der Weiterbildung unserer Fach- und Führungskräfte. Auch hier wird das Thema Digitalisierung am Bau ein wesentlicher Faktor in den unterschiedlichen Lehrgängen sein“, so Norbert Hartl.

In Kooperation mit der Donau Universität Krems bietet die BAUAkademie ab Herbst 2020 das erste Masterstudium „MSc Building Information Modeling“ an. „Der neue Lehrgang „MSc BIM“ ist die beste Voraussetzung dafür, dass das Schlüsselpersonal in Bauunternehmungen für die Herausforderungen der digitalen Zukunft gerüstet ist“, sind sich Hartl und Pichler einig.

Die Digitalisierung ist bei allen Aus- und Weiterbildungen auf dem Vormarsch. Facharbeiter müssen sich ständig weiterbilden, um in der Wissensgesellschaft bestehen zu können. Für Norbert Hartl und Herbert Pichler ist die erforderliche weitere Professionalisierung in der Baubranche schon lange ein zentraler Aufgabenschwerpunkt. Deshalb wurde im Herbst des vergangenen Jahres das digitale Lernportal für die Baulehre entwickelt und bereits erfolgreich in Berufsschulen eingesetzt. Seit dem Start dieses innovativen Lernportals sind bereits 8600 registrierte Nutzer (2800 Lehrlinge absolvieren derzeit in Österreich ihre Lehre am Bau) zu verzeichnen, 20.000 Kurszertifikate konnten bisher ausgestellt werden.

Mit „bauwissen.online“, der ersten Bau-Wissensplattform in Österreich, startet im September 2020 erstmals ein hybrides Aus- und Weiterbildungsangebot für die österreichische Bauwirtschaft. Die neuen digitalen Lehr- und Lernmethoden haben sich während der Covid-19-Pandemie bewährt und werden auch in Zukunft verstärkt eingesetzt. Welche zukunftsweisenden Ausbildungsinstrumente der Bauwirtschaft mit der E-Baulehre und „bauwissen.online“ zur Verfügung stehen, hat sich in den Tagen der Coronakrise gezeigt. „Hier nehmen wir europaweit eine Vorreiterrolle ein“, betonen Pichler und Hartl, die stolz darauf sind, hier Wegbereiter zu sein.

Mit dem Umbau will die BAUAkademie künftig auch verstärkt als Seminarzentrum auftreten. Die Möglichkeiten des „Lachstatthofs“, die bereits auch von anderen zahlreichen Bildungseinrichtungen und Unternehmen genutzt werden, reichen von der Durchführung von Seminaren bis zu vielfältigen Indoor- und Outdoorveranstaltungen. (PM)