14. Juni 2018 – Morning Briefing

Amazon schuld an hohen Mieten? – Zweifel an Seehofers Bau-Plänen – Luxus-Boom in Wiens Innenstadt

Seattle: Steuer zugunsten des Wohnbaus kommt doch nicht – Deutschland: Immobilienwirtschaft will Dinge selbst in die Hand nehmen – Wien: Viele oder zu viele Luxusobjekte?

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Zitat des Tages:

„Dieser repetitive Dreck in den Städten – das ist Baukriminalität!“

Der luxemburgische Bildhauer, Architekt und Stadtplaner Rob Krier über die architektonische Entwicklung europäischer Städte, besonders Berlins.

Seattle: Steuer zugunsten des Wohnbaus kommt doch nicht

In Seattle wird eine bereits beschlossene Körperschaftssteuer, gegen die Amazon sich massiv gewehrt hatte, nun doch nicht eingeführt. In der größten Stadt des Bundesstaates Washington hätten die durch die Steuer jährlich eingenommenen 50 Millionen Dollar in Wohnbauprojekte fließen sollen, da durch das Amazon-Hauptquartier Mieten enorm gestiegen wären. Amazon glaubt nicht, dass die Gelder entsprechend genutzt worden wären. Bedienstete der Stadt warnen indes andere Städte, die sich um den Sitz des zweiten Hauptquartiers bewerben, vor dem Handelsriesen. 

Deutschland: Immobilienwirtschaft will Dinge selbst in die Hand nehmen

Andreas Mattner, Präsident des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft, Zentraler Immobilien Ausschuss, glaubt nicht an eine Erfüllung Horst Seehofers Versprechen von 1,5 Millionen neuen Wohnungen für Deutschland in den nächsten vier Jahren. Dafür bräuchte es „schlankere Prozesse, schnellere Entscheidungen und mehr Effizienz beim Planen und Bauen“, so Mattner. Ein neuer Kommunalrat aus dem Spitzenverband, Bürgermeistern, Landräten und Vertretern der Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung will sich um konkrete Vorschläge bemühen wie die Prozesse beschleunigt werden könnten.

Wien: Viele oder zu viele Luxusobjekte?

Im ersten Wiener Gemeindebezirk herrscht derzeit ein Boom an Luxuswohnprojekten. Durch das große Angebot würde sich die Vermarktungszeit erhöhen, sagt Immobilienmaklerin Elisabeth Rohr. „Bei den Interessenten haben wir einen großen Ausländeranteil, auch aus dem osteuropäischen Raum. Bei den Käufern überwiegen dann aber immer noch die Österreicher“, so Rohr. Gesucht würde bei Luxusobjekten ein Mix aus Repräsentanz, Klassik und moderner Ausstattung. Privataufzüge und Concierge-Service seien besonders gerne gesehen. 

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