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10 Fakten zur Monster-Brücke von Kertsch

Im Dezember 2018 soll die auch poltisch nicht unbedeutende Brücke zwischen dem russischen Festland und der Krim fertig sein.

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Die 19 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen dem russischen Festland und der Krim, kurz Krim-Brücke, ist wohl eines der ehrgeizigsten Ingenieurprojekte der russischen Geschichte.
Die Kosten belaufen sich auf 228 Milliarden Rubel (etwa 3,8 Milliarden Euro).

Hier die wichtigsten Fakten:

  • Der Bau wurde bereits diskutiert, bevor die Krim ein Teil Russlands wurde. Während der 2000er Jahre untersuchten ukrainische und russische Experten die Möglichkeit, einen Transportkorridor zwischen den beiden Ländern zu errichten und fassten einen diesbezüglichen Beschluss. 
  • Die Arbeiten an der Grundkonstruktion der Brücke werden von beiden Enden vorangetrieben und treffen sich dann in der Mitte. Mehr als 20 Schiffe und 5 000 Menschen arbeiten rund um die Uhr sieben Tage in der Woche. Mehr als 30 Unternehmen sind am Bau beteiligt.
  • Die Autobahn der Brücke hat vier Fahrbahnen und ist auf bis zu 40 000 Autos täglich ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 Kilometer pro Stunde, die Überfahrt ist gebührenfrei und wird etwa zehn Minuten dauern.
  • Die Brücke erhält zwei Eisenbahngleise mit einer Kapazität von 47 Zügen pro Tag. Die Eisenbahnverbindung soll 2019 in Betrieb genommen werden. Derzeit sind jedoch nur 55 Prozent der Bahninfrastruktur fertig.
  • Damit Schiffe die Straße von Kertsch ohne Beeinträchtigung durchfahren können, werden spezielle, 227 Meter lange und 35 Meter hohe, Torbögen gebaut.
  • Da die Brücke in einer tektonisch und seismisch aktiven Zone gebaut wird, verwenden die Konstrukteure drei Arten von Pfeilern: gebohrt, röhrenförmig und prismatisch. Diese werden 45, 90 und 16 Meter tief eingerammt. Zur Unterstützung der 595 Säulen der Krimbrücke werden insgesamt 7 000 Pfeiler eingesetzt.
  • Die Brücke hält Erdbeben bis zu einer Stärke von minus neun auf der Richterskala stand. Sie ist im Winter auch vor Eisdriften geschützt. 
  • Aufgrund der bewegten Geschichte der Kertsch-Straße untersuchten Archäologen und Taucher den Meeresboden, bevor der Bau begann. Es wurde eine ganze Reihe historisch wertvoller Objekte sichergestellt. Darüber hinaus wurden 700 Minen entschärft.
  • Die Krim-Brücke wird nicht nur die längste Brücke Russlands, sondern ganz Europas sein. Sie wird damit die Vasco da Gama Brücke in Portugal mit einer Länge von 17,2 Kilometern überflügeln.
  • Die Struktur der Brücke bekommt die Farben der russischen Flagge. Die Straßen werden blau, die Eisenbahnstrecke rot beleuchtet, während die anderen Teile weiß bleiben.