Österreich

Zuwachs, aber auch Mangel in der Bauwirtschaft

Der Anstieg in der Bauproduktion trifft auf steigende Kosten und Fachkräftemängel. Beides könnte wachstumshemmend wirken.

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2017 stieg die Bauproduktion in Österreich auf 39,8 Milliarden Euro, das ist ein Zuwachs von sechs Prozent gegenüber 2016. Laut vom Beraternetzwerk Kreutzer, Fischer & Partner jüngst veröffentlichten Zahlen, machte der Wohnbau 45 Prozent der Bauproduktion aus. Auch hier wurde ein Wachstum 5,6 Prozent verzeichnet.

Was fehlt

Probleme bereiten allerdings der derzeit herrschende Arbeitskräftemangel und die gestiegenen Baukosten. Zwar wird mit einem weiteren Wachstum in der Baubranche gerechnet, doch das Marktanalyseunternehmen Branchenradar.com sieht die Möglichkeit, dass Kostenzuwachs und Mitarbeitermangel den Zuwachs hemmen könnten.

Im Oktober vergangenen Jahres fanden sich zehn Berufsgruppen aus dem Bau auf der Liste der Mangelberufe, darunter alle Dachbaugewerke, Fliesen- und Bodenleger, Elektroinstallateure, sowie Schlosser. Hinzu kam ein vergleichsweise hoher Kostenanstieg von 3,5 Prozent im Hochbau. Besonders Stahl und Erdölbasisprodukte wurden teurer – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Bautätigkeit.

Weniger Sanierungen

Obwohl die Bauproduktion 2017 stieg, sank die Beschäftigung in der Branche um 2,4 Prozent. Dieser Umstand ist zum einen damit zu erklären, dass der Arbeitskräftemangel sich speziell auf Fachkräfte bezieht; zum anderen nahm auch die Gebäudesanierung ab, ein für gewöhnlich personalintensiveres Gebiet als der Neubau. Der Rückgang im Sanierungsgeschäft ist ebenso auf den Fachkräftemangel zurückzuführen. Doch auch niedrige Energiepreise spielten eine Rolle. So wurde vielerorts keine Sanierung zur Heizkostenreduktion angestrebt und die Aufträge blieben aus.