Perimeterdämmung

Wenn die Platten nicht mehr dämmen

XPS oder EPS - wann ist welche Platte bei Kellerdämmungen sinnvoll?

Werden die Perimeterdämmplatten nur punktweise, also "hinterlüftet" verlegt, kommt es zu erhöhten Wärmeverlusten.

Aber ich will hier keine Lobeshymne für XPS-Platten erklingen lassen. Zulassungen und Normprüfungen sind allgemein zu hinterfragen. Beispielsweise verlangt die XPS-Normprüfung zur maximal zulässigen Wasseranreicherung von 0,5 Vol.-% nur eine 28-tägige Wasserlagerung, mit einem Temperaturwechsel von 20 bis 40°C, unter Laborbedingungen. In der Praxis müssen Perimeterdämmstoffe 50 Jahre und mehr wirksam und gut vergraben ihre Dämmwirkung erhalten.

Langzeituntersuchungen (Lutz Franke, Gernod Deckelmann, Fraunhofer) an über 60 Umkehrdachsystemen belegen, dass eine Feuchtezunahme auf 12,8 Vol.-% sehr wohl möglich ist. Ich selbst habe nach Aufgrabungen zu undichten Kellern bereits des öfteren XPS-Dämmplatten mit dem Vielfachen des Ursprungsgewichts in der Hand gehalten. Besonders über Schnittkanten oder bei im Grundwasser stehenden, NICHT VOLLFLÄCHIG auf den Untergrund verklebten Platten kommt es zur Wasseraufnahme. Der Anstieg der Wärmeleitfähigkeit beträgt lt. Literatur 3,0 - 3,5% je Vol.-% Feuchtigkeitszunahme! Die nasse Platte tut also nicht mehr, wozu sie eingebaut wurde, sie dämmt kaum mehr. Schäden an XPS-Platten sind aber eher nur bei mangelhafter Verlegung zu erwarten. Umso mehr sollte man EPS-P-Platten nur beim Lastfall „Bodenfeuchte" nach der die ÖNORM B2209-1 ergänzenden DIN18195 verwenden. Und nachdem der Preisunterschied zu XPS-Platten eher gering ist, dürfte der Vormarsch der EPS-P-Platten eher auf die cleveren Marketingaktivitäten der Hersteller zurückzuführen sein.

Abschließend noch der Hinweis, dass die Perimeterdämmplatten über der Geländeoberkante, also im Sockelbereich der Fassade, zum Wärmedämmverbundystem werden und diese überputzbar ausgeführt werden muss. Hier gilt die „ÖAP-Richtlinie für das Putzen von PS-Extruderschaumstoff XPS-R". Bleibt zu hoffen, dass diese auch Anwendung findet ...

Über den Autor:

Günther Nussbaum-Sekora ist Spengler und Dachdeckermeister, Luftdichtheitsprüfer, Gebäudethermograf und EN-zertifizierter Bau-Sachverständiger.

www.Bauherrenhilfe.org

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