Vermietung

Wofür Airbnb so viel Geld ausgibt

Airbnb scheint gut zu laufen - trotzdem waren die Zahlen zuletzt überwiegend rot. Woran das liegt.

Airbnb Immobilien

Die US-Vermietungsplattform Airbnb ist in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres laut einem Zeitungsbericht in die roten Zahlen geraten. Das Unternehmen aus San Francisco habe in diesem Zeitraum einen Verlust von 322 Millionen Dollar (295 Mio. Euro) gemacht, schrieb das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Im entsprechenden Vorjahreszeitraum habe es noch einen Gewinn von 200 Mio. Dollar gegeben. Ein starker Kostenanstieg habe die Bilanz erheblich belastet, heißt es in dem Bericht.

So gebe der Online-Vermittler etwa viel Geld aus, um Sicherheitslücken seiner Plattform zu schließen. Die roten Zahlen kämen angesichts des für 2020 geplanten Börsengangs ungelegen, da sie den Aktienpreis drücken könnten. Zuletzt war Airbnb mit 31 Mrd. Dollar bewertet worden. Ohnehin sei mit dem Börsendebüt wohl nicht vor dem dritten Quartal zu rechnen, zitierte die Zeitung Quellen aus dem nahen Umfeld des Unternehmens. Das Timing hänge auch von den Folgen des Coronavirus ab, der Airbnb im wichtigen Wachstumsmarkt China massiv belaste.

Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass Tech-Unternehmen mit roten Zahlen an die Börse gehen. Doch die Anleger sind skeptischer geworden, unter anderem nachdem die Aktienplatzierungen der Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft enttäuschend verliefen.

Im dritten Quartal des vergangenen Jahres habe Airbnb zwar den Umsatz auf 1,65 Mrd. Dollar gesteigert, schrieb die Zeitung weiter. Das seien 400 Mio. Dollar mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch zugleich hätten die steigenden Kosten den Quartalsgewinn von 337 auf 266 Mio. Dollar gedrückt. Diese schwarzen Zahlen hätten bei weitem nicht ausgereicht, um die Verluste aus dem ersten Halbjahr wieder wettzumachen. Airbnb gebe unter anderem viel Geld für die Technik seiner Plattform sowie für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der Nutzer aus.

Zugleich hat Airbnb ein gut laufendendes Kerngeschäft, wie aus dem Bericht hervorgeht: Im Schnitt hätten täglich zwei Millionen Nutzer eine Ferienwohnung oder ein Haus über die Plattform gebucht.
 

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