Bauwirtschaft

Wird die Klimaneutralität zum Kostentreiber im Bau?

Das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 macht manchen aus der Baubranche Angst – es wird befürchtet, energieeffizientes Bauen wird zum Kostentreiber. Was steckt dahinter?

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Deutschland Umwelt Energieeffizienz Bauwirtschaft

Jetzt ist also auch Deutschland mit an Bord für das EU-Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Diese Ambition wird aber nicht nur Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben, sondern wahrscheinlich auch auf die Bauwirtschaft und damit auf den Immobilienmarkt. Denn Gebäude machen in Deutschland 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus.

Ob das so sein muss? Laut vielen Experten gibt es in der Baubranche enormes Einsparpotential durch energieeffizientes Bauen. Kritiker sehen hier zwar lieber die potentiell gesteigerten Kosten am Bau denn den Umweltnutzen – doch zu unrecht, wenn man etwa Michael Schwaiger, CEO des Münchner Projektentwicklers Schwaiger Group, Gehör schenkt: „Energieeffizientes Bauen hat die Kosten erhöht, aber gleichzeitig die Betriebskosten beziehungsweise die Energiekosten gesenkt – und das zum Teil nicht unerheblich.“

Tatsächlich stiegen die Baukosten im Zeitraum 2000 bis 2014 um fast 40 Prozent. Doch das ist auf verschiedene gesteigerte Anforderungen, etwa im Brandschutz oder in der Barrierefreiheit, zurückzuführen. „Der Anteil der Energieeffizienz an der gesamten Kostensteigerung liegt bei zehn bis zwölf Prozent“, so Andreas H. Holm, Leiter des Forschungsinstituts für Wärmeschutz. „Bezogen auf die gesamten Baukosten hat energieeffizientes Bauen zu einer Steigerung von nur drei bis fünf Prozent geführt.“

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