Österreich/England

Wienerberger und der harte Brexit

Wienerberger CEO Heimo Scheuch bastelt an einer Strategie für den Fall, den er nicht will und noch immer nicht glaubt.

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Durch einen harten Brexit könnte es für die Wienerberger "zu einigen Problemen kommen", sagte Wienerberger-Chef Heimo Scheuch am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien. Diese Probleme würde Wienerberger aber bewältigen, da der Großteil der Produkte in England produziert werde. Scheuch geht allerdings von einer konstruktiven Brexit-Lösung aus.

Wienerberger sei der größte österreichische Einzelinvestor in Großbritannien und betreibe dort 14 Werke. "Alle sind voll ausgelastet", sagte Scheuch. Die Geschäfte liefen sehr gut, England baue noch immer weniger Wohnneubau als vor der Krise, es gebe also noch großes Potenzial für Wachstum. "Wir haben also die besten Voraussetzungen für weiters Wachstum".

Ein harter Brexit würde Wienerberger vor allem deshalb treffen, weil vom Kontinent 200 Millionen Ziegeleinheiten über den Kanal nach England geliefert werden. Die Administration dieser Lieferungen würde sich durch einen harten Brexit verkomplizieren. "Wir machen alles, um uns darauf vorzubereiten", so Scheuch. Derzeit fahre man "just in time" auf die englischen Baustellen. Im ungünstigsten Fall müsste man dann zum Beispiel Lagerstätten errichten.

Scheuch kündigte heute auch an, ähnlich wie die voestalpine, eine Mitarbeiterstiftung errichten zu wollen, über die sich die Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen und mitbestimmen könnten.

Wienerberger wolle noch stärker wachsen und in Zukunft nicht mehr so zyklisch sein, nicht mehr nur ein Ziegelunternehmen sein. Diese Entkoppelung von wirtschaftlichen Zyklen habe man bereits geschafft, 25 Prozent der Umsätze werden bereits mit innovativen Produkten erzielt. Im Zuge der Strategie 2020 habe man viele Maßnahmen getroffen. Wienerberger gehe zum Beispiel auch immer stärker in die Vorfertigung. Bis 2020 werde Wienerberger beim operativen Gewinn (EBITDA) auf fast 700 Mio. Euro wachsen, erwartet Scheuch. Die Grundsteine dafür seien bereits gelegt und werden jetzt umgesetzt. Auch die Dividende werde steigen. "Sie steigt kontinuierlich", so Scheuch. (APA)