Österreich

Wienerberger: starkes Q1 trotz Corona-Spuren

Die beiden Wochen Corona-Shutdown in der zweiten Märzhälfte lösten "einmalige, nicht liquiditätswirksame Wertberichtigungen" im Ausmaß von rund 116 Mio. Euro aus.

Wienerberger Österreich Bilanz Coronavirus Heimo Scheuch

Beim weltgrößten Ziegelproduzenten Wienerberger hat die Covid-19-Pandemie gleich zu Beginn tiefe Spuren in den Ergebnissen des ersten Quartals hinterlassen. Die beiden Wochen Corona-Shutdown in der zweiten Märzhälfte lösten "einmalige, nicht liquiditätswirksame Wertberichtigungen" im Ausmaß von rund 116 Mio. Euro aus, wie der Konzern Donnerstagfrüh bekanntgab.

Der bereinigte Quartalsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich den Angaben zufolge auf 105 Mio. Euro, nach 109 Mio. Euro im Jahr davor. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 2 Prozent auf 793 Mio. Euro.

Von den 116 Mio. Euro entfielen 94 Mio. Euro auf die vollständige Firmenwertberichtigung in Nordamerika und 22 Mio. Euro auf die Abwertung verschiedener Sachanlagen in ausgewählten europäischen Märkten.

Wienerberger habe sehr schnell reagiert und ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Auswirkungen der Krise aufgelegt, mit besonderem Fokus auf Cash-Generierung, Kostenoptimierung, flexible Kapazitätsanpassungen und Sicherung weiterer Liquidität. "Wir bauen auf eine starke Bilanz und konnten im Zuge der letzten Wochen unsere Finanzbasis mit weiteren Bankdarlehen stärken", so Konzernchef Heimo Scheuch.

Gleichzeitig sei die 4-Prozent-Anleihe in Höhe von 300 Mio. Euro mit 17. April 2020 wie geplant getilgt worden und somit die größte Rückzahlung für dieses Jahr abgeschlossen. Nach Tilgung der Anleihe verfügt Wienerberger den Angaben zufolge über liquide Mittel von rund 500 Mio. Euro.

Das zweite Quartal wird härter, denn das steht vollständig im Zeichen von Corona. Der Konzern geht davon aus, "dass das zweite Quartal 2020 aufgrund der Lockdowns in vielen Märkten am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sein wird". Das Unternehmen erwarte aus heutiger Sicht, dass die Lockdowns sukzessive beendet würden und es langsam zu einem wirtschaftlichen Normalbetrieb kommen werde. Zusätzlich seien von den Regierungen Konjunkturpakete als Reaktion auf Covid-19 zu erwarten, was sich zukünftig positiv auf den Infrastrukturbereich auswirken könnte.

Wenn es in Märkten, auf denen Wienerberger aktiv ist, zu keinen weiteren Lockdowns kommt und sich die Nachfragesituation rasch wieder normalisiert, rechnet Wienerberger 2020 mit "Marktrückgängen in der gesamten Gruppe zwischen 15 und 20 Prozent". In diesem Fall stehe für heuer ein bereinigtes EBITDA zwischen 440 und 480 Mio. Euro ins Haus, nach 610 Mio. Euro 2019. Vor Corona hatte das börsennotierte Unternehmen 2020 bei der vergangenen Bilanzpressekonferenz ein EBITDA zwischen 625 und 645 Mio. Euro angestrebt. (APA)