Österreich

Wienerberger: Sind gut ins Jahr gestartet

Lesen Sie, wie Heimo Scheuch das schwache erste Quartal erklärt.

Wienerberger Österreich Bilanz Heimo Scheuch

Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger geht für den Rest des Jahres von einer Fortsetzung der fast durchgängig als positiv angesehenen Trends aus. Das erste Quartal wies auch wegen Restrukturierungskosten ein negatives Nettoergebnis auf - das werde aber im zweiten Quartal ins Positive drehen, sagte CEO Heimo Scheuch am Mittwoch im APA-Gespräch.

Sehr stark werde Wienerberger heuer im CEE-Raum wachsen. In Ungarn, Tschechien, Rumänien und Polen sehe man einen guten Trend, etwa im Wohnbau - aber auch in der Infrastruktur, wo sich EU-Förderungen im Wasser- und Abwasserbereich bezüglich der Rohrnachfrage positiv auswirken würden, so Scheuch. In den wichtigen Märkten Belgien und Niederlande registriere man eine Belebung des Wohnungsneubaus, Deutschland und Großbritannien seien stabil. Auch in Italien habe sich der Wohnbau auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. In Nordamerika habe man zuletzt gute Wachstumsraten gesehen, die sollten im Ein- und Zweifamilienhaussektor anhalten.

Angesichts der schwierigen Wetterbedingungen im ersten Quartal in ganz Europa sei man ins heurige Jahr mit zwei Prozent Umsatzplus auf 675 Mio. Euro gut gestartet, das Marktumfeld sei "alles in allem positiv". In Österreich sehe man für weitere Werksschließungen keine Notwendigkeit - kürzlich wurden zwei ältere Standorte, in Rotenturm (Südburgenland) und Fürstenfeld, geschlossen. Bei der Optimierung der Prozesse im Konzern, die auch Kosten einsparen sollen, liege man sogar leicht über Plan. Neben den rund 160 Mio. Euro "Normalinvestitionen", die man heuer plane, habe Wienerberger auch rund 200 Mio. Euro "Wachstumsinvestitionen" vor, erinnerte der CEO.

Trotz des etwas höheren Nettoverlusts Anfang 2018 sieht sich der Konzern operativ auf bereinigter Basis "stark", ohne Einmaleffekte konnte man bis März sogar zulegen. Das berichtete EBITDA gab im Jahresabstand um vier Prozent auf 44,1 Mio. Euro nach. Ohne Währungseffekte, Kosten für Strukturanpassungen, Konsolidierungseffekte und Liegenschaftsverkäufe stieg es um 30 Prozent auf 59,7 Mio. Euro. Das operative EBIT lag mit -1,9 (-1,4) Mio. Euro weiter im negativen Terrain. Der Nettoverlust wuchs auf 19,6 (17,5) Mio. bzw. auf 17 (15) Cent je Aktie.

Für das Gesamtjahr 2018 geht Wienerberger weiter von einem bereinigten EBITDA zwischen 450 und 470 Mio. Euro aus. Die Gruppe sei heute besser denn je aufgestellt, um den eingeschlagenen Wachstumskurs voranzutreiben. Die Mitarbeiterzahl lag im ersten Quartal im Schnitt bei 16.609, vier Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Die Wienerberger-Aktien setzten sich am Mittwoch nach der Quartalsveröffentlichung an die ATX-Spitze. Kurz nach 10 Uhr lagen sie mit 22,72 Euro um 3,7 Prozent höher, der Leitindex stand zugleich 0,82 Prozent im Plus. (APA)