Stadtplanung

Wie wird in Indien eine neue Hauptstadt geplant?

Amaravati ist offiziell schon die neue Hauptstadt des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh – dabei steht sie noch nicht einmal. Wie ein Londoner Architekturbüro die Planung übernimmt, warum die Stadt zur nachhaltigsten der Welt werden soll, und welche anderen Megaprojekte ihr diesen noch Titel streitig machen könnten.

Während eine neue Hauptstadt in Indonesien immer noch nicht beschlossene Sache zu sein scheint, gibt es in Indien in die Richtung schon sehr viel konkrete Pläne – nämlich Architektenpläne. 

Neu-Delhi wird zwar nicht ersetzt, doch der indische Bundesstaat Andhra Pradesh bekommt derzeit eine neue Hauptstadt. Tatsächlich derzeit, denn Amaravati wird schon offiziell als Hauptstadt geführt, befindet sich aber noch im Aufbau. Sie löst damit Vijayawada ab, die wiederum Hyderabad für nur ein Jahr ablöste. 

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Die Verwaltung- und Regierungsgebäude erstrecken sich durch das Stadtzentrum. 

Der Masterplan für die neue Stadt kommt vom renommierten Architektenbüro Foster and Partners, das seine Zentrale in London hat. Die neue Hauptstadt wird 217 Quadratkilometer des insgesamt gut 160.000 Quadratkilometer großen Bundesstaates ausmachen, in dem knapp 50 Millionen Menschen leben. Derzeit leben in der entstehenden Metropole nur 100.000 Einwohner, in der Umgebung allerdings 5,8 Millionen. Teil der Fertigstellung der Stadt ist eine Verschmelzung mit den umliegenden Ballungsräumen. 

Mehr Grünflächen als Einwohner

Bei den Plänen steht ein Wort im Mittelpunkt – Nachhaltigkeit. „Das Design führt unsere jahrzehntelange Forschung über nachhaltige Städte zusammen, und zieht die neuesten Technologien, die derzeit in Indien entwickelt werden, mit ein“, sagt Norman Foster, Gründer des Architekturstudios. Mit 51 Prozent Grünflächen und zehn Prozent Wasserflächen soll Amaravati eine der nachhaltigsten Städte der Welt werden. 

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Im Zentrum eine Nadelspitze. 

Im Zentrum der Stadt wird ein an eine Nadel erinnerndes Regierungsgebäude stehen, Verwaltungsgebäude sollen auf einer Länge von 5,5 Kilometern das gesamte Stadtzentrum durchlaufen. Die Nachhaltigkeitspläne beinhalten viele Radwege, spezielle Routen für Elektroautos, Wassertaxis und schattige Wege, um die Bewohner zum Gehen zu animieren. 

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Foster and Partners sind nicht die einzigen Architekten, die sich im großen Stil mit nachhaltigen Themen beschäftigen. In Norwegen haben die Studios Haptic Architects und Nordic einen Masterplan für eine „Stadt der Zukunft“ nahe dem Flughafen Oslo, die komplett energieautark funktionieren soll. Und in Saudi-Arabien werden derzeit 430 Milliarden Euro in das Megaprojekt Neom gesteckt, eine neue Stadt mit Technologiepark, die voll automatisiert und rein solarbetrieben werden soll. 

© IM3847, CC BY-SA 4.0, https://de.wikipedia.org/wiki/Amaravati#/media/File:3D_Model_of_Amaravati_in_APCRDA_office,_Vijayawada_(3).jpg

Die Stadt soll zu 51 Prozent aus Grünflächen bestehen. 

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