Digitalisierung

Wie werden Baumaschinen und Baustoffe digitalisiert?

Die Digitalisierung macht auch vor der Baustelle nicht halt? Ist eine Vernetzung von Baumaschinen überzogen, oder kann das IoT den großen Bauprojekten tatsächlich viel an Zeit und Geld sparen? Das Z Lab von Zeppelin in Berlin hat seine eigenen Antworten und Ideen.

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Auch wenn die Digitalisierung in der Bauwirtschaft im Vergleich zu vielen anderen Branchen noch eher gemächlich voranschreitet, haben sich die Vorteile von IoT beispielsweise schon klar bemerkbar gemacht. 

Denn Zeit ist Geld und wenn bei Bauprojekten eines offensichtlich ist, dann dass sie oft ihrem Zeitplan hinterherhinken. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey dauern Großvorhaben im Schnitt mindestens 20 Prozent länger als geplant und das Budget wird oft massiv überschritten.

Lösungen für Einsparungspotential im zeitlichen und finanziellen Sinne sind also höchst willkommen – und hier kann gar nicht niedrig genug begonnen werden. Wie viel allein die Wartung von Baumaschinen an Zeit und Geld kosten kann, würde viele überraschen. 

Internet der Baustelle?

Auftritt IoT, jüngster Held der Baustelle. Das Internet of Things bedeutet im Grunde einfach nur, dass physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzt werden können. Durch Sensoren an Baumaschinen etwa können Daten über diese Maschine gesammelt, gespeichert und zu verschiedenen Zwecken ausgewertet werden. So die einfache Version. Der Komplexität sind hier beinahe keine Grenzen gesetzt.

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Worüber können solche Daten nun Auskunft geben? Anders formuliert: Inwiefern soll ein Bauunternehmen Zeit und Geld einsparen, wenn es von einem Sensor erfährt, dass der Schlagbohrer gebohrt hat? 

Die Antwort ist mannigfaltig, ein wichtiger Teil ist aber die Wartung. Durch die Überwachung der Geräte kann eine vorausschauende Wartung – im Gegensatz zur regelmäßigen Wartung, in der oft Teile ersetzt werden, bevor es notwendig ist, nur um unvorhergesehene Reparaturen und damit Stillstände zu vermeiden – nicht nur vereinfachen, sondern wirklich effektiv präzisieren. Sensoren können Vibrationen, Drehzahlen, auch die Temperatur von Baumaschinen überwachen und erkennen, wenn Parameter von der Norm abweichen.

Budget einhalten dank Vernetzung

Sie können auch den Kraftstoffverbrauch überwachen und in weiterer Folge optimieren. 

Ein grundlegender Bestandteil des IoT auf der Baustelle ist aber die Ortung, also das Asset Tracking beziehungsweise Asset Management. Hier geht es nicht nur um die Diebstahlprävention – aber zu großen Teilen auch um die -, sondern auch um das grundsätzliche Wissen, welcher wichtige Körper wo ist. Besonders auf großen Baustellen ist das von Relevanz. Hier geht es neben Baumaschinen auch um Baustoffe, Fahrzeuge und sogar Bauteile. So kann bei richtiger Anwendung optimiert werden, wann welches Teil wo sein soll, also Wartezeiten reduziert. Und auch Wartezeit ist Geld. 

https://youtu.be/cFEr97ktyoA

Mit dem Internet der Dinge und Asset Management die Digitalisierung der Baustelle voran zu treiben, ist auch Teil der aktuellen digitalen Strategie von Zeppelin. Der bayerische Vertreiber und Dienstleister für Baumaschinen plant Lösungen zum Tracking von Maschinen und kleineren Geräten, die auf Baustellen oft verloren gehen. 

„Man wird die klassische IT-Denke nicht los“

Zusätzlich zum Auffinden sollen aber auch andere Benefits möglich sein, wie Empfehlungen, wie der Kraftstoffverbrauch reduziert werden kann. Das ist von hoher Relevanz, kann der Sprit doch bis zur Hälfte der Betriebskosten einer Maschine ausmachen.

Das Vorhaben ist eines von mehreren des Z Lab in Berlin, einer unabhängigen Einheit von Zeppelin. Das Z Lab wurde 2016 gegründet, mit der offenen Vermietplattform Klickrent als ein zentraler Punkt. Zuvor wurde in den verschiedenen Unternehmensbereichen von Zeppelin einzeln an Digitalisierungsstrategien gearbeitet. „Dann stellten wir aber fest, dass in vielen überlappenden Fragestellungen aneinander vorbei entwickelt wurde“, erzählt Peter Gerstmann, Geschäftsführer des Maschinenverleihers. Daher die Zusammenfassung in einer einzigen unabhängigen Einheit. „Mit einem Lab als interner Abteilung wird man die klassische IT-Denke nicht los.“

https://youtu.be/QD58EIhTfyg

Auch der Mensch ist Teil der vom Z Lab entworfenen IoT-Lösungen. RFID-Tags an Bauarbeitern können die Person identifizieren, ob sie sich im richtigen Bereich der Baustelle aufhält und welche Berechtigungen sie hat. 

All das ist natürlich besonders für große Baustellen relevant, wo Maschinen verloren gehen, längere Wegzeiten anliegen und Personen nicht an zwei Orten gleichzeitig sein können. Speziell Projektleiter, die an mehreren Standorten zu tun haben, kann durch solche Datensammlungen ein besserer Einblick in die einzelnen Baustellen geliefert werden.

„Generationswechsel unterschätzt“

Die Blockchain-Technologie braucht es für alle diese Lösungen nicht unbedingt,aber irgendwie eben doch. Denn Zeppelin stellt keine Baumaschinen her, sondern fungiert als Vertrieb, in erster Linie für Caterpillar. Auf Klickrent, der Sharing-Plattform des Unternehmens, können aber auch andere Unternehmen zur Vermietung anbieten. Und nicht alle diese Anbieter wollen womöglich, dass das Z Lab über Sensoren Maschinendaten sammelt, speichert und verwendet. „Dafür haben wir das Elektronische Schloss entwickelt, das alle Daten in eine Blockchain schreibt“, sagt Wolfgang Hahnenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung des Z Lab.

Dass Baumaschinen zur Miete angeboten werden, ist zwar weder ein Monopol, noch eine Neuheit, doch dass auch hier die Digitalisierung nicht Stopp macht, ist klar. Wurde vor fünf Jahren die Cloud bei Zeppelin aus Sicherheitsgründen noch ausgeschlossen, ist an so einen Ausschluss heute gar nicht mehr zu denken. Oder wie Gerstmann es treffend formuliert: „Man unterschätzt, wie enorm der Generationswechsel die Digitalisierung beschleunigt.“

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