Prävention

Was passiert bei Energie-Blackouts?

Sichere Stromversorgung erfordert Ausbau der Netze

Österreich

"Unterschätztes Risiko Blackout. Strom rund um die Uhr - (k)eine Selbstverständlichkeit". Unter diesem Motto stand das Trendforum von Oesterreichs Energie. Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren der Einladung zur Diskussion gefolgt. Die Stromzukunft in Europa wird von erneuerbaren Energien bestimmt. Der steigende Stromverbrauch und die gewaltigen Schwankungen in der Erzeugung durch Wind- oder Sonnenkraft bringen jedoch das gesamte System unter Druck.

"Wir müssen die Netze zur Integration der erneuerbaren Energien ausbauen und das muss rasch passieren", brachte Peter Layr, Präsident von Oesterreichs Energie, die Diskussion beim Trendforum auf den Punkt. Schon heute stoßen die Stromnetze in Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen. "Um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, brauchen wir stabile Rahmenbedingungen."

Der Risiko-Experte Michael Bruch vom Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty untermauerte dies mit den Ergebnissen einer Studie über Stromausfälle als wachsende Herausforderung. "Mitteleuropa hat weltweit die höchste Sicherheit in punkto Stromversorgung, aber das Risiko für Stromausfälle wird steigen." Als wesentliche Ursache macht der Experte den wachsenden Anteil volatiler, erneuerbarer Energien im Netz aus. So rechne die deutsche Bundesnetzagentur damit, bereits in den kommenden Jahren große Verbraucher zeitweise vom Netz zu nehmen, um Instabilitäten auszugleichen. Schon kurze Stromausfälle hätten gravierende Auswirkungen. Durch die wachsende Vernetzung könne ein Blackout zu einem Domino-Effekt in anderen Netzen und Ländern führen.

Wie drastisch die Folgen eines Blackouts in Österreich wären, führte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, vor Augen: "Zehn Stunden ohne Strom verursachen über 536 Millionen Euro Schaden für unsere Volkswirtschaft. Und das trifft die Konsumenten ebenso wie die Infrastruktur". Zwar liege Österreich - mit nur rund einer halben Stunde ohne Strom pro Abnehmer und Jahr - europaweit am hervorragenden dritten Platz. Aber auch die besten Elektrizitäts-Infrastrukturen seien verwundbar und das Risiko von Stromausfällen werde unterschätzt.