Baukonjunktur

Warten auf den Aufschwung - so wird 2014

In der Bauwirtschaft liegen nach jüngsten Prognosen für 2014 alle Sektoren im Plus - doch der große Boom bleibt weiterhin aus. Der Wohnbau wird wieder das Zugpferd der Branche. Nach einer relativ guten Phase in den Vorjahren gab es 2013 nur ein mageres Plus. Von Peter Martens

Österreich

Österreichs Bauwirtschaft hat zuletzt zwei gute Jahre hingelegt. Nach den Einbrüchen der Krise startete 2011 vor allem der sonstige Hochbau eine Aufholjagd, 2012 war der Wohnbau das Zugpferd der Branche. In beiden Jahren erreichte die Baubranche ein Gesamtplus von 2,5 Prozent.

Die Dynamik im Wohnbau hält auch heuer an - und trotzdem hat sich seit dem vergangenen Winter das Tempo über alle Sektoren hinweg deutlich eingebremst. Im Vergleich zu den meisten anderen EU-Staaten steht Österreichs Bauwirtschaft weit besser da als der Durchschnitt. Trotzdem sind Konjunkturforscher und Baufirmen bei der Bilanz per 31. 12. 2013 weitgehend einig: Es war bestimmt kein einfaches Jahr - und das nicht nur wegen des ungewöhnlich langen und harten Winters.

Die neuesten Zahlen für 2013 kamen im Dezember vom Bauforschungsnetzwerk Euroconstruct, an dem 15 Institute Westeuropas und vier aus großen Ländern Osteuropas beteiligt sind. Die Daten zu Österreich liefert das Wifo. Demnach sieht die Lage in Österreich so aus: Im gesamten Bauwesen wird es heuer ein mageres Plus von 0,5 Prozent Wachstum geben.

Auf den zweiten Blick sieht man, dass sich die einzelnen Bereiche wieder sehr unterschiedlich entwickeln. So schneidet der Wohnbau mit +2 Prozent wieder am besten ab. Die Flaute im Tiefbau hat sich heuer etwas aufgehellt, geht aber auch heuer mit einem Minus von 0,6 Prozent weiter. Und im sonstigen Hochbau gibt es nach dem guten Verlauf der letzten Jahre heuer den stärksten Einbruch mit -1,1 Prozent.

Und nächstes Jahr? Da erwarten Euroconstruct und Wifo eine spürbare Verbesserung in zwei von drei Sektoren - doch insgesamt noch keinen Aufschwung. So soll 2014 das Wachstum im heimischen Wohnbau +1,6 Prozent betragen; der Tiefbau schafft demnach eine Trendwende auf +1,2 Prozent und der sonstige Hochbau eine schwarze Null mit +0,5 Prozent.

Das Institut für Höhere Studien ist da etwas optimistischer. „Bei den Investitionen am Bau erwarten wir ein Plus von zwei Prozent. Das hängt damit zusammen, dass die Unsicherheit in Österreich und der EU abnimmt. Es wird also am Bau keinen Boom geben, aber eine Erholung ist anhand der vorliegenden Daten eindeutig zu erwarten", sagt Klaus Weyerstraß, Experte für Baukonjunktur am IHS. Die Autoren des Bank Austria Economics & Market Analysis rechnen für 2014 mit einem Produktionsplus von ebenfalls +2 Prozent.

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