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Vonovia-conwert: Zwangsabfindung möglich

Vonovie hält jetzt über 90 Prozent der conwert-Aktien.

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Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia hat mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für den börsenotierten Wiener Immobilienkonzern conwert nach vorläufigen Zahlen die 90 Prozent-Schwelle überschritten. Damit wäre eine Zwangsabfindung der restlichen conwert-Aktionäre möglich.

Das Angebot konnte von den conwert-Aktionären im Rahmen der Nachfrist bis heute, 17 Uhr, angenommen werden. Das offizielle Endergebnis wird am kommenden Montag bekanntgegeben, teilte conwert am Donnerstagabend mit.

Die Übernahme der Immobilienfirma lässt sich Vonovia laut früheren Berichten mehr als 2,9 Mrd. Euro kosten. Allein für die conwert-Aktien bot Vonovia rund 1,6 Milliarden Euro, je Aktie sind das 16,16 Euro.

Vonovia hält sich laut der Angebotsunterlage offen, ob die restlichen conwert-Aktionäre zwangsweise abgefunden werden sollen, wenn der Bochumer Konzern am Ende bei mehr als 90 Prozent der Anteile landet.

Vorerst soll die conwert-Aktie weiter an der Wiener Börse gehandelt werden. Die conwert ist im österreichischen Leitindex ATX enthalten, die Vonovia im deutschen Aktienindex DAX.

Ob die conwert ihren Sitz tatsächlich in Österreich behalte, werde letztlich davon abhängen, wie stark das Übernahmeangebot angenommen werde, meinte zuletzt Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger. Bei einer Annahme zu 80 oder 90 Prozent "wird sich die Frage des Standortes und der Gestionierung noch einmal stellen", erwartet Rasinger. "Ein bisschen Wehmut schwingt da schon mit, denn das ist ein Zeichen dafür, dass der österreichische Kapitalmarkt austrocknet - die langfristige Perspektive für conwert liegt sicher in Deutschland." (APA)

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