Konferenz

VÖTB Forum – Wie wichtig Kommunikation für die Zusammenarbeit ist

Erwachsenensprache. Auch die will gelernt sein, wie der Verband der Österreichischen Trockenbauunternehmen bei seinem Forum erklärte. Wie auf der Baustelle Konflikte gelöst werden und verschiedene Gewerke zusammenarbeiten können.

VÖTB Tipps für Unternehmer Baustelle Bauwirtschaft

Ob auf der Baustelle oder im Büro, wir begegnen täglich Herausforderungen, die unsere volle Aufmerksamkeit verlangen. Oft leidet ausgerechnet die Kommunikation darunter. Deshalb widmete der Verband der Österreichischen Stuckateur- und Trockenbauunternehmungen das diesjährige FORUM am 24. Oktober genau diesem Thema. VÖTB-Präsident Ing. Gregor Todt: „Viele kommunizieren heute hauptsächlich digital und nicht mehr persönlich. Der direkte Austausch bleibt dabei immer mehr auf der Strecke. Gerade deshalb ist das jährliche VÖTB Forum als Branchen-Treffpunkt so wichtig! Und wir haben dieses Jahr bewusst die Themen Kommunikation und die Zusammenarbeit in den Fokus gestellt. 150 Personen nutzten den persönlichen Austausch und informierten sich bei unseren Experten über Ideen und Lösungsansätze für ein erfolgreiches Miteinander. Wir freuen uns über so viel Zuspruch!“ Dank der Hauptsponsoren Fural, Knauf, Rockfon und Würth-Hochenburger bot das VÖTB Forum auch dieses Jahr eine ideale Atmosphäre für Wissens-Transfer und Networking. Durch das 5. VÖTB Forum führte in gewohnt gekonnter Manier wieder Moderator Heimo Rollett. 

Erwachsenensprache kann kompliziert sein 
Mit Univ.-Prof. Dr. phil. Robert Pfaller fanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die goldene Mitte zwischen Anschweigen und blöd Anreden. Der Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz widmete seinen Vortrag dem Gebrauch der Sprache zwischen erwachsenen Menschen. Die Arbeitswelt wird heute von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Flache Hierarchien, verschiedene Kulturen, unterschiedliche Geschlechter können für Reibungen im täglichen Umgang miteinander sorgen. Was für eine Person pflichtgemäßes Verhalten und gute Manieren bedeuten, kann das Gegenüber für regellos und beleidigend empfinden. Mit Humor und interessanten Beispielen aus dem Alltag gelang Pfaller ein perfekter Einstieg in das 5. VÖTB Forum. 

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmenskultur 
„Werte kann man nicht managen, man muss sie leben“, betonte KR Anton Reithner beim VÖTB Forum. Für Reithner liegt die Basis für eine erfolgreiche Unternehmenskultur in den Werten und Einstellungen der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der ehemalige Geschäftsführer von Ardex betonte, wie wichtig gemeinsame Werte sind und dass Lob, Wertschätzung und gutes Arbeitsklima zu den stärksten Triebfedern für Leistungssteigerung zählen. Voraussetzung dafür sind einerseits die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit diesen Werten identifizieren und Führungskräfte, die deren Potentiale fördern, zu Eigenverantwortung motivieren und auf Augenhöhe führen. Denn wenn der Chef nur anordnet und nicht selbst die gewünschte Unternehmenskultur vorlebt, kann es keine gemeinsame erfolgreiche Zukunft geben. 

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Mit dem Anwalt zum Mediator 
Auf die Frage, wer bereits in seinem Beruf vor Gericht zu tun hatte, meldete sich der Großteil des Publikums. Damit es gar nicht so weit kommt, zeigten Mediator Dr. Peter Adler und Rechtsanwalt Dr. Alfred Nemetschke, wie eine Wirtschaftsmediation die Chance auf eine Lösung zu vernünftigen Kosten eröffnet. Dabei erarbeitet der Baumediator mit den Parteien den objektiven Sachverhalt. „Oftmals gehen auch die kaufmännischen Entscheidungsträger von einem unrichtigen Sachverhalt aus, weil sie vom eigenen Projektmanagement nicht richtig informiert wurden. Mit einer Baumediation ersparen sich die Parteien weitgehend Sachverständige mit ungewisser Qualität“, so Dr. Peter Adler. 

Ein Win-Win mit BIM
Dass auch kleine und mittlere Betriebe von BIM profitieren können, zeigte DI (FH) Mag. Martin Huber von ecoplus. In Implementierungsprojekten holt der Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich die interessierten Unternehmen dort ab, wo sie sind und begleiten sie spezifisch bei den ersten Schritten Richtung BIM. So wurden beim Projekt „BIM@hochBAU“ unter anderem die Bohrpunkte automatisch generiert und eine Schnittstelle zum Lasermarkierungssystem geschaffen. Auch die Visualisierung für die Montage konnte umgesetzt und so eine Steigerung der Qualität sowie Zeit- und Kostenersparnis erzielt werden. 

Weniger ist mehr: Lean Management 
Um Einsparungen und Effektivität ging es auch beim Vortrag von Univ. Prof. Dipl. -Ing. Dr. techn. Gerald Goger, Professor für Baubetrieb und Bauverfahrenstechnik an der TU Wien. Während bei der industriellen Fertigung wertschöpfende Tätigkeiten 88 Prozent umfassen, sind es im Bauwesen nur 43 Prozent. Der Rest sei Verschwendung durch Überproduktion, Wartezeit und Leerlauf, unnötige oder lange Transportwege sowie mangelhafte Organisation des Arbeitsprozesses, große Lagerbestände und Fehler, so Goger. Lean Management soll ein „Werkzeug“ darstellen, um einerseits die Effektivität der Prozesskette zu steigern und andererseits die Kooperation der Projektbeteiligten im Sinne eines „nachhaltigen Kulturwandels“ zu stärken. „Lean Management funktioniert nur als kontinuierlicher, ganzheitlicher und nachhaltiger Ansatz, der einen Wandel der Unternehmenskultur zur Folge haben muss.“, so Goger. 

Gemeinsam statt einsam: Zusammen erfolgreicher
Einen Ansatz für gewerkeübergreifende Zusammenarbeit zeigten die Initiatoren des Merkblatts „Unser Bad“. Der VÖTB bringt gemeinsam mit dem Österreichischen Fliesenverband, den Installateuren, Elektrikern, Malern sowie dem Verband der Österreichischen Estrichhersteller ein Regelwerk auf den Markt, welches dabei behilflich sein soll, gemeinsam schadensfrei zu arbeiten und Reklamationen vorzubeugen. Einen Überblick über die Beweggründe gaben Ing. Thomas Huber von Saint-Gobain Rigips Austria, VÖTB-Präsident Ing. Gregor Todt, DI Anita Wolf, Geschäftsführerin des Österreichischen Fliesenverbandes sowie Markus Brandstätter vom Verband der österreichischen Estrichhersteller. Das Merkblatt richtet sich an Planer und ausführende Gewerke und gilt für private Bäder und gewerbliche Sanitäranlagen. Praktische Inhalte wie Checklisten sollen die Gewerke bei Ihrer Zusammenarbeit unterstützen. Die Veröffentlichung des Merkblatts ist für Jänner 2020 geplant.

Erfolgreich im Team
„Schlechtes Teamwork ist, wenn aus einer To-do-Liste eine Tu-du-Liste wird”, betonte Peter Hackmair bei seiner Abschluss-Keynote. Der ehemalige Fußballprofi und Motivationstrainer zeigte anhand seiner persönlichen Erfahrungen, welche Rolle Kommunikation in erfolgreichen Teams spielt und wie jeder Mensch sein Potential wecken kann. Sein Motto dabei lautet „träumen, tun und Team“. Wichtig sei es eine Vision zu haben, die einen antreibt, Ziele zu formulieren, die messbar sind und Gewohnheiten zu entwickeln, die einen Schritt für Schritt im Alltag dem Ziel näherbringen. 

Kommunikation und der persönliche Austausch standen auch in den Pausen und beim Ausklang im Mittelpunkt. Mit einem wunderschönen Blick über Wien pflegten die Teilnehmenden Kontakte, diskutierten und ließen den Tag Revue passieren. (ikp/red)

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