Wien

Vier neue Baugruppen-Projekte stärken geförderten Wohnbau

Das ist auch für den Planungs- und Bauablauf eine interessante Entwicklung.

Wien Geförderter Wohnbau Wohnbau

Projekt Biberhaufenweg: 21 Wohneinheiten sind auf sechs Baukörper, die in Holz-Leichtbauweise errichtet werden, verteilt.

Geförderter Wohnbau findet in Wien nicht nur auf großen Stadtentwicklungsgebieten statt. Sondern Gleichgesinnte können sich auch im Rahmen von individueller Mitbestimmung zusammenschließen, um ihren Traum vom gemeinsamen Wohnen mit Fördermitteln der Stadt zu verwirklichen. So entstehen bis 2024 vier neue Baugruppenprojekte unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten, die aus einem kürzlich abgeschlossenen Bauträgerwettbewerb hervorgegangen sind.

„Eine der ganz großen Stärken des Wiener Wohnbau-Modells ist es, dass er allen Gruppen in unserer Stadt ein gutes Angebot machen kann. Es geht der Stadt dabei nicht nur um Quantität und Leistbarkeit, sondern wir wollen auch den individuellen Wünschen der Menschen entsprechen. Und das Modell der Baugruppen ist wie geschaffen dafür“, so Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal.

„Für Baugemeinschaften ist die Selbstorganisation als Gruppe im Entstehungsprozess des Wohnbaus charakteristisch. Von der Projektidee über Planung und Bau bis hin zur Nutzung werden Entscheidungen gemeinsam getroffen und von der Gruppe getragen. Es entstehen dadurch spannende Konzepte und Projekte, die das Wohnungsangebot in Wien bereichern und durch aktive Nachbarschaft für soziale Einbindung im Grätzl sorgen“, so Selma Arapovic, Wohnbausprecherin der NEOS Wien.

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Umsetzung der Siegerprojekte erfolgt bis 2024

In diesem Sinn hielt der wohnfonds_wien auf vier Standorten ‒ einer im 14. Bezirk und drei im 22. Bezirk ‒ einen zweistufigen Bauträgerwettbewerb für Baugruppen mit insgesamt rund 100 geförderten Wohnungen und einem Kindergarten ab.

Das Ergebnis davon sind individuelle Wohnprojekte, die mit speziellen Grundrissen, mit zahlreichen Angeboten an die Hausgemeinschaft und die Nachbarschaft sowie mit umweltbewusster Umsetzung gleichermaßen punkten.

„Die Auswahl der Siegerprojekte war nicht einfach, es überzeugten alle Beiträge mit hohen Qualitätsstandards. Doch schlussendlich haben sich die Besten der Besten durchgesetzt“, sind sich die wohnfonds_wien-Geschäftsführer Gregor Puscher und Dieter Groschopf einig.

Im Sinne des besonders kostengünstigen Wohnens werden alle Bauplätze im Baurecht vergeben. Die Umsetzung aller Siegerprojekte erfolgt spätestens bis Sommer 2024. Die Gesamtbaukosten der durchwegs innovativen Projekte belaufen sich auf insgesamt rund 22 Millionen Euro. Rund 7 Millionen Euro an Förderung werden von der Stadt investiert. Der Bauträgerwettbewerb war Teil der Wohnbau-Offensive 2018‒2020.

Was sind Baugruppen?

Baugruppen sind Zusammenschlüsse von Gleichgesinnten, die ähnliche Wohnideen haben und diese umsetzen. In Gemeinschaft wird geplant, gebaut und gewohnt. Eine Baugruppe umfasst eine variable Zahl an natürlichen Personen (10 bis 60), sie ist entweder als Gesellschaft bürgerlichen Rechts („Arbeitsgemeinschaft“), als Genossenschaft („Basis-/Mikrogenossenschaft“) oder als Verein („Bewohnerverein“) organisiert. Bei den Wohnprojekten des abgeschlossenen Bauträgerwettbewerbs stehen Rückzugsbereiche und Gemeinschaftsflächen gleichermaßen im Fokus. Auf Selbstbestimmung und Selbstverwaltung wird in Bezug auf den Wohnraum und die Freiflächen großer Wert gelegt. (PM)