Deutschland

Umsatz- und Baugenehmigungssprung in Deutschland

Zum Teil geht es deutlich über Vorkrisenniveau.

Deutschland Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft hat ihren Umsatz im März so kräftig gesteigert wie seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr. Die Unternehmen aus Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen nahmen zusammen um 5,7 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Februar hatte es lediglich ein Plus von revidiert 0,8 Prozent gegeben.

"Seit dem Tiefpunkt im April 2020 ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft - abgesehen von einem zwischenzeitlichen Rückgang im Januar 2021 - damit kontinuierlich gestiegen", hieß es. Er lag im März um 7,2 Prozent über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Coronapandemie in Deutschland.

Der Frühindikator für den Konjunkturverlauf der gewerblichen Wirtschaft wird aus den monatlichen, allerdings noch unvollständig vorliegenden Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt. Er ermöglicht dadurch frühzeitige Aussagen zur Umsatzentwicklung, noch bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Die Daten werden um Saison- und Kalendereffekte bereinigt, nicht jedoch um Preiseffekte.

Auch der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen setzt sich fort. Im Februar wurden 30.058 Wohnungen genehmigt, um 6,3 Prozent mehr als im Jänner, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. In den Zahlen sind sowohl Bewilligungen für den Bau neuer Gebäude als auch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im Februar demnach 26.829 Wohnungen genehmigt - um 8,6 Prozent mehr als im Vormonat. Während kaum neue Einfamilienhäuser bewilligt wurden, gab es prozentual zweistellige Zuwächse bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Dagegen gab es bei den Genehmigungen für Wohnungen, die durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen, kräftige Rückgänge.

Schon im Jänner war die Zahl der Baugenehmigungen um gut fünf Prozent gegenüber dem Vormonat gewachsen. Im vergangenen Jahr stiegen die Bewilligungen trotz Coronakrise auf einen Höchststand seit 2016.

Baugenehmigungen sind ein wichtiger Indikator für den Neubau im Kampf gegen die Wohnungsnot in vielen Städten. Einige Wohnungen werden jedoch genehmigt, aber noch nicht gebaut, etwa weil Handwerker und Baufirmen im Immobilienboom überlastet sind. Daher übersteigt die Zahl der Baugenehmigungen bei weitem die der fertigen Gebäude. (APA)