Österreich

Umsätze in Industrie und Bau im Mai deutlich gestiegen

Dafür gibt es einen erfreulichen und einen weniger erfreulichen Grund.

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Die Industrie und die Baubranche lassen die Coronakrise bereits wieder hinter sich. Im Mai legten die Umsätze in den beiden Bereichen um 38,6 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Auch zum Mai des Vorkrisenjahres 2019 lagen die Umsätze um 5,0 Prozent im Plus, teilte die Statistik Austria im Rahmen ihrer Konjunktur-Frühschätzung am Mittwoch mit. Die Erzeugerpreise im Produzierenden Bereich (ohne Bau) verbuchten indessen ihren stärksten Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen.

"Industrie und Bau erweisen sich als Konjunkturlokomotiven in der ausklingen Coronakrise. Während sich in der Industrie die Umsätze im Mai 2021 in etwa auf dem Niveau des Vormonats entwickeln, hat der Bau abermals einen Gang zugelegt. Insgesamt liegen die Umsätze in Industrie und Bau bereits deutlich über dem Vorkrisenniveau", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas laut Aussendung.

Die Umsätze zogen im Mai in der Industrie um 41,8 Prozent und im Bauwesen um 24,5 Prozent an. Zu berücksichtigen ist bei dem Vergleich allerdings, dass im Mai 2020 die Umsätze in den beiden Sektoren gemeinsam wegen der Coronakrise um rund ein Viertel (24 Prozent) zurückgegangen waren, so die Statistik Austria.

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Auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg deutlich an. Im Mai lag sie für Industrie und Bau gemeinsam um 13,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Beschäftigtenindex legte um moderate 2,0 Prozent zum Mai 2020 zu.

Die Erzeugerpreise im Produzierenden Bereich (ohne Bau) erhöhten sich im Mai indessen so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jänner 2000, teilte die Statistik Austria mit. Sie legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,0 Prozent zu. Der Trend geht damit weiter nach oben, im April und März 2021 hatte die Jahresveränderungsrate 4,7 Prozent bzw. 2,8 Prozent betragen.

Grund für den starken Anstieg im Mai waren deutlich höhere Preise für Energie (plus 13,3 Prozent) und Vorleistungsgüter (plus 7,4 Prozent). Bei den Vorleistungsgütern ging es vor allem im Bereich "Metallerzeugung und -bearbeitung" (plus 15,9 Prozent), aber auch bei "Holz, gesägt und gehobelt" (plus 7,2 Prozent) sowie bei "Kunststoffwaren" (plus 6,0 Prozent) nach oben. Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform wurden um klare 42,7 Prozent teurer. Investitionsgüter verteuerten sich um 0,8 Prozent zum Mai 2020, die Erzeugerpreise für Konsumgüter legten um 1,4 Prozent zu.

Im März 2021 erzielten die 76.186 Unternehmen des gesamten Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau) mit knapp einer Million (989.484) unselbstständig Beschäftigten Umsatzerlöse in Höhe von 29,8 Mrd. Euro. Das ist ein nominelles Umsatzplus von knapp einem Viertel (24,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Im gesamten ersten Quartal belaufen sich die Umsätze auf 75,6 Mrd. Euro (plus 9,7 Prozent zum 1. Quartal 2020). (APA)