Österreich

Umfrage: Österreich digitalisiert light

Der KSV1870 hat Unternehmen aus allen Bundesländern befragt, die Antworten sind durchaus überraschend.

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KSV1870 Digitalisierung BIM Österreich

KSV1870-Chef Ricardo-José Vybiral sieht die Baubranche vor allem noch bei interner Digitalisierung

"Jeder spricht über Digitalisierung, aber das Wort wird meist sehr undifferenziert in den Mund genommen", sagt der Vorstandsvorsitzende der KSV1870-Holding, Ricardo-José Vybiral im SOLID-Exklusivinterview. "Ich glaube generell, dass es in den Unternehmen derzeit eine sehr starke Digitalisierung nach innen gibt. In der Baubranche sehen wir da im administrativen Bereich die meisten Digitalisierungsinvestitionen - wobei die Branche generell bei der Digitalisierung noch großen Nachholbedarf hat. Es gibt aber auch eine Digitalisierung nach außen, und die ist sehr schwer von technologischer Innovation zu unterscheiden. Da können wir sehen, dass die Baubranche bei der Technologisierung gerade sehr innovativ ist."

Das gesamte Interview mit vielen wirtschaftlichen Themen und Hintergründen erscheint in SOLID 06/2017.
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Vybiral bezieht sich auf eine Umfrage des KSV, an der rund 1.000 Unternehmen teilgenommen haben.

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Die wesentlichen Ergebnisse: 73 % der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die fortschreitende Digitalisierung direkte Auswirkungen auf sie haben wird. Der überwiegende Teil (56 %) rechnet, dass diesen mit moderaten Anpassungen begegnet werden kann. Besonders aufgeschlossen für die Digitalisierung zeigen sich die Tiroler (83 %) und die Vorarlberger (92 %), während die Kärntner (40 %), Wiener und Niederösterreicher (je 30 %) relativ entspannt sind und das Thema eher in der Zukunft oder generell überbewertet sehen. Den höchsten Bedarf für Digitalisierungsmaßnahmen orten 73 % der befragten Unternehmen in der Administration bzw. in Markt und Vertrieb (54 %). Für diese Bereiche werden daher auch die meisten Maßnahmen geplant.

Generell werden 65 % der Unternehmen in den kommenden Monaten in Digitalisierung investieren. Jeder Dritte (35 %) sieht dazu (noch) keine Notwendigkeit. Gefragt nach den größten Gefahren, die mit der Digitalisierung einhergehen, werden Hackerangriffe bzw. die Cyberkriminalität per se als Nummer Eins genannt, doch auch der Verlust an Arbeitsplätzen sowie die Datensicherheit bereiten in diesem Zusammenhang Sorgen. 5 % der Befragten sehen die mögliche Überwachung (Stichwort „Gläserner Mensch“) als besonders kritisch. Vybiral: „ Wir raten allen Unternehmen, sich intensiv mit den Anforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Vorsicht ist natürlich gerechtfertigt, doch die meisten werden Vorteile erkennen. Die Generation Y tickt anders, in ihrem Datenverständnis, aber auch im Konsumverhalten. Lieferanten müssen auf Knopfdruck liefern können und es wird erwartet, dass die Servicierung damit nicht beendet ist. Datenanalysen liefern auch nach dem Kauf essentielle Informationen, wodurch der Nutzen für die Kunden entscheidend verbessert werden kann“.