Österreich

UBM setzt vollauf Holzbau und zahlt trotz Krise hohe Dividende

Der Immobilienentwickler leidet im Ergebnis zwar auch unter Corona, sieht sich aber durch einen Strategieswitch und hohe Liquidität vor einer guten Zukunft.

UBM Österreich Immobilien Thomas Winkler

Holzhybrid-Wohnbauprojekt in der Wiener Baranyigasse

Der Immo-Entwickler UBM hat die Krise infolge der Pandemie 2020 deutlich zu spüren bekommen und laboriert auch heuer noch daran: "Für 2021 prognostizieren wir eine Corona-Delle - wir haben bis Ende Jänner über zwölf Monate keine Akquisition mehr gemacht", erklärte Konzernchef Thomas Winkler bei der Bilanzpräsentation. 2022 solle die Trendwende gelingen. Die gegenüber 2019 unverändert hohe Dividende für 2020 von 2,20 Euro je Aktie "reflektiert die Ergebnisaussichten".

Unter dem Strich endete das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Gewinneinbruch um knapp 19 Prozent von 50,1 auf 40,8 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie (EPS) verschlechterte sich um fast 29 Prozent auf 4,39 Euro (2019: 6,16 Euro). Die Gesamtleistung ging von 678 auf 478,6 Mio. Euro zurück (minus 29,4 Prozent), der Umsatz von 242 auf 183,3 Mio. Euro (minus 24,2 Prozent). Der Personalstand verkleinerte sich von 389 auf 339 Mitarbeiter. Mit der geplanten Dividende erhöht sich die Ausschüttungsquote gegenüber 2019 von 35,7 auf 50,2 Prozent. Die Dividendenrendite beträgt den Angaben zufolge "über fünf Prozent". Führungskräfte der UBM sind alle auch Aktionäre der UBM.

Die Tiefe der heurigen Delle hänge ganz wesentlich vom Impffortschritt und weiteren Lockdowns ab. "Wir sind zuversichtlich, dass es ein Zurück zu einer gewissen Normalität geben wird - für 2022 sind wir zuversichtlich, auf die Erfolgsschiene von vor Corona zurückzukehren", so der CEO. "Ich glaube, dass wir am Ende eines sehr langen Tunnels demnächst ankommen."

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Gelingen soll das mit einem Strategiewechsel, der bereits 2020 krisenbedingt eingeleitet wurde. Der Hotelbereich sei dem Unternehmen "abhandengekommen", so Finanzvorstand Patric Thate. "Wir haben uns strategisch neu ausgerichtet - wir haben den Hotelbereich sehr stark zurückgefahren." Im Zuge dessen sei es zu Abwertungen im Volumen von 21 Mio. Euro gekommen. "Alle Hotelprojekte, die sich im März 2020 noch nicht in Bau befunden haben, wurden in Wohnungen und Büros umqualifiziert", berichtete Winkler.

UBM-Aufsichtsratschef Karl-Heinz Strauss, die neue Vorständin Martina Maly-Gärtner und CEO Thomas G. Winkler

Der Vorstand der UBM Development AG wird demnächst mit der ausgewiesenen Hotelexpertin Martina Maly-Gärtner verstärkt. Sie wird spätestens ab Oktober die 13 Hotelbetriebe verantworten, die unter dem Dach der UBM Hotels vereint sind und bis Jahresende auf 15 Gesellschaften wachsen werden, "um das Geld, das wir dort verloren haben, wieder zurückzuverdienen", so Winkler. Die neue Vorständin werde sich zusätzlich um Human Resources und Nachhaltigkeit kümmern. "Die Berufung von Martina Maly-Gärtner ändert nichts an unserer Strategie, bis auf Weiteres keine Hoteldevelopments mehr zu verfolgen", betonte der UBM-Chef.

Für das Holzhybrid-Bürobau-Projekt Timber Pioneer in Frankfurt soll es im Sommer die Baugenehmigung geben.

Das Unternehmen hat nicht die Gewichtung der Assetklassen (Büro, Wohnen, Hotels) umgeschichtet, sondern verschreibt sich für die weitere Zukunft auch eine grüne Linie der Nachhaltigkeit. "Für uns bedeutet 'green' Holzbau - wir wollen uns als größter Holzbau-Developer in Europa positionieren", gibt Winkler die Richtung vor. Das Unternehmen konzentriert sich dabei in erster Linie auf Deutschland und Österreich. Für die Büros sollen "einheitliche Standards" gelten, so dass jeder Abnehmer "weiß, was er bekommt". Eine Standardisierung und eine Vorfertigung sollen auch Kostenvorteile bringen. Den ersten Holzhybrid-Bürobau realisiert die UBM derzeit in Frankfurt. Finanzierungen werden auf "Green Finance" und "Green Investing" umgestellt.

Die Hauptversammlung der UBM findet heuer - ebenso wie die heutige Bilanzpressekonferenz - am 27. Mai ein weiteres Mal virtuell statt.