Italien

Turin-Lyon: Conte will Gespräche mit EU führen

Der italienische Regierungschef will sich auch mit Frankreichs Präsidenten Macron treffen, um das Projekt neu zu diskutieren.

Italien Frankreich Infrastruktur Hochleistungsstrecke

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und sein Landsmann EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani haben einiges zu besprechen.

Nachdem die italienischen Regierungsparteien ihren Streit über eine Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung zwischen Turin und Lyon vorerst entschärft haben, will Premier Giuseppe Conte eine Aufschiebung der Ausschreibungen erreichen. Daher plane er Gespräche in Brüssel und in Frankreich, sagte Conte im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano" (Sonntag-Ausgabe).

Conte erklärte, er habe die zuständige Projektgesellschaft Telt schriftlich aufgefordert, "mit Blick auf eine Ausschreibung auf jegliche Handlung zu verzichten, die den italienischen Staat juristisch oder wirtschaftlich blockieren könnte". Telt habe "vernünftig" reagiert.

"Das Schwierige ist jetzt, Frankreich und die EU-Kommission davon zu überzeugen, dass dieses Infrastrukturprojekt für uns alle, nicht nur für Italien, Verluste in der Größenordnung von bis zu acht Milliarden Euro bedeutet", so Conte. Er bezog sich dabei auf das Kosten-Nutzen-Gutachten, das das italienische Verkehrsministerium im Auftrag gegeben hatte.

Conte erklärte, er plane demnächst Gespräche über die Bahntrasse mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. In zehn Tagen werde er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammenkommen, mit dem das Thema der Bahntrasse besprochen werden solle. "Ich bin zuversichtlich, dass der Weg kompliziert ist, dass es aber zu einer Einigung kommt."

Die Regierung und die Koalitionsparteien hätten "vereinbart, das gesamte Projekt neu zu diskutieren", ergänzte der Ministerpräsident. Rom wolle mit Frankreich und der EU "im Lichte der neuesten Kosten-Nutzen-Rechnungen" über das Vorhaben sprechen. (APA)

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