Österreich/Slowenien/Türkei

Türken stechen Österreich beim Karawankentunnel aus

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Der türkische Baukonzern Cengiz Insaat hat den Zuschlag für den Bau einer zweiten Röhre auf der slowenischen Seite des Karawankentunnels gewonnen, berichtete die Nachrichtenagentur STA am Freitag. Sein Angebot in der Höhe von 89,3 Mio. Euro war das billigste unter neun Bewerbern gewesen. Für den Bau haben sich auch österreichische Unternehmen beworben.

Die bei der slowenischen Autobahngesellschaft DARS eingegangenen Angebote wurden bereits Ende März geöffnet, die Entscheidung über den Auftrag wurde Ende Juli getroffen. Bevor mit dem ausgewählten Bieter ein Vertrag unterschrieben werden kann, muss noch das Ende des Beschwerdeverfahrens abgewartet werden, hieß es.

Österreichische Unternehmen haben sich an der Ausschreibung in Konsortien mit slowenischen Partnern beworben. Das teuerste Angebot legte das Konsortium der österreichischen Tochter der Schweizer Marti Tunnelbau AG zusammen mit Konzernmutter und dem slowenischen Baufirma Pomgrad. Das Offert war im Auswahlverfahren aber nicht berücksichtigt, weil es den höchsten noch akzeptablen Auftragewert überschritten hat. In der Ausschreibung war ein Höchstpreis von 121,5 Mio. Euro festgelegt, das Konsortium bot aber 140,3 Mio. Euro an, weshalb es vom weiteren Verfahren ausgeschlossen wurde.

Österreicher waren auch auf dem zweithöchsten Angebot in der Höhe von 118,6 Mio. Euro beteiligt gewesen. Dieses Angebot kam von der slowenischen GH Holding zusammen mit der Österreich-Tochter des deutschen Baukonzern Hochtief. Unter den Bewerbern war auch die Wiener Implenia-Tochter zusammen mit der Schweizer Konzernmutter und dem slowenischen Bauunternehmen CGP Novo mesto (114,8 Mio. Euro).

Weitere Angebote stammten vom italienischen Unternehmen Astaldi (117,5 Mio. Euro), J&P-Avax aus Griechenland (115 Mio. Euro), dem slowenisch-türkischen Konsortium aus CPG und Yapi Merkezi (109,3 Mio. Euro), der bosnischen Euro-asfalt gemeinsam mit der slowenischen CP Ptuj (106,3 Mio. Euro) sowie der slowenischen Gorenjska gradbena druzba zusammen mit dem tschechischen Baukonzern Metrostav (104,3 Mio. Euro).

Der bestehende Karawanken-Straßentunnel hat eine Gesamtlänge von 7,9 Kilometern, wovon rund 3,5 Kilometer auf slowenischem Staatsgebiet liegen. Die zweite Röhre des Karawankentunnels soll den Plänen zufolge fünf Jahre nach dem Baubeginn fertiggestellt werden. Im Jahr 2017 haben pro Tag im Schnitt 10.859 Fahrzeuge den Tunnel passiert. (APA)