Volkswirtschaft

Der Klimawandel als Bremse für ganze Volkswirtschaften

Hochwasser in Österreich und im Osten Deutschlands, Feuersbrunst in Russland und Überschwemmungen in Pakistan: Neben tausenden Menschenleben fordert die globale Klimaerwärmung auch von den Volkswirtschaften einen hohen Preis. Experten zufolge ist das erst der Anfang.

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Doch die Schäden machen nicht bei den direkt betroffenen Menschen und einzelnen Wirtschaftszweigen halt, sondern treffen auch die Allgemeinheit massiv. So schätzt die Energie- und Umweltexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die volkswirtschaftlichen Kosten eines ungebremsten Klimawandels alleine in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf knapp 800 Milliarden Euro.

"Der Klimawandel würde damit in den kommenden 50 Jahren durchschnittlich zu realen gesamtwirtschaftlichen Wachstumseinbußen von bis zu 0,5 Prozentpunkten pro Jahr führen", sagte die Expertin dem "Handelsblatt". Neben Ernteausfällen durch Wassermangel könnten beispielsweise auch Gesundheitsschäden und Störungen in der Energieversorgung zum Problem werden.

Für die Experten ist deshalb klar, dass die Anstrengungen im Kampf gegen die globale Erwärmung nicht nachlassen dürfen. Das berge auch wirtschaftliche Chancen, beispielsweise beim Ausbau erneuerbarer Energien, die schon jetzt alleine in Deutschland viele tausend Arbeitsplätze bieten.

Darüber hinaus dürften auch verbindliche Ziele zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen nicht aus dem Blick geraten - wenngleich die jüngsten Konferenzen wie der Weltklimagipfel in Kopenhagen wenig ermutigend verliefen. "Langfristig ist der Klimawandel ein Problem, das uns das ganze Jahrhundert beschäftigen wird", mahnt Munich-Re-Experte Höppe. (dpa/APA/pm)