Deutschland/Österreich

Strabag legt Streit mit Köln um Stadtarchiv-Einsturz 2009 bei

Die Arbeitsgemeinschaft rund um den österreichischen Konzern zahlt 600 Mio. Euro an die Stadt Köln und die Verkehrsbetriebe.

Strabag Deutschland Österreich Thomas Birtel

Die Strabag hat den Streit mit der Stadt Köln um das dort 2009 eingestürzte Stadtarchiv nach zehn Jahren beigelegt. Die Arbeitsgemeinschaft - bestehend aus Bilfinger, Wayss & Freytag und der Strabag-Tochter Züblin - habe einen Vergleich mit der Stadt sowie mit den Kölner Verkehrsbetrieben erzielt und zahle insgesamt 600 Mio. Euro, teilte die Strabag mit.

Auf die Strabag entfällt eine Zahlung von 200 Mio. Euro. Damit seien alle Forderungen der Stadt und der Kölner Verkehrsbetriebe abgegolten, hieß es in der Aussendung. Die Ergebnisprognose für das heurige Geschäftsjahr bleibe "aufgrund der Versicherungsdeckung sowie entsprechender Risikovorsorge" unverändert, so das Unternehmen.

2009 war im Rahmen des Baus einer U-Bahnstrecke das Stadtarchiv in Köln eingebrochen. Daneben waren auch große Teile der Nachbarhäuser eingestürzt. Zwei Personen kamen damals ums Leben.

Die Schadensursache konnte bis heute nicht abschließend aufgeklärt werden. Dennoch habe die Arbeitsgemeinschaft der Einstellung der Erkundungsarbeiten an der Unfallstelle zugestimmt. Nun seien die Voraussetzungen für die Sanierung und Fertigstellung der U-Bahnlinie geschaffen, schrieb die Strabag.
 
Der Vorstand der Strabag SE begrüßt den geschlossenen Vergleich, durch den eine weitere langjährige Phase der Unsicherheit abgewendet wird: „Angesichts der überaus komplexen Thematik der Schadensursache, die alle Beteiligten nun bereits seit mehr als 11 Jahren beschäftigt und wohl auch noch weitere 10-15 Jahre beschäftigt hätte, und nach intensiver Abwägung aller Optionen, halten wir die erzielte Einigung für sinnvoll – nicht nur für alle Projektbeteiligten, sondern auch für unsere Anteilseigner,“ so Strabag-CEO Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender Strabag SE sowie Aufsichtsratsvorsitzender Ed. Züblin AG. „Es ist an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und sich auf die anstehenden Herausforderungen in diesen schwierigen Zeiten zu konzentrieren. Dennoch bleibt der 3. März 2009 ein zutiefst tragischer Tag, den wir nie vergessen werden.“ (APA/red.)