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Stahlbau für die thermische Sanierung

Bis dato war thermische Sanierung nur etwas für die Hersteller von EPS oder von Steinwolle. Der Österreichische Stahlbauverband hat in Paris eine Methode gefunden, wie man mit Stahl alte Gebäude thermisch ertüchtigen kann

International
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© Industriemagazin Verlag GmbH ÖSTV-GF Georg Matzner hat die Mitbegründerin des Architekturbüros Lacaton & Vasall Architects, Anne Lacaton, in ihrem Büro im zehnten Pariser Bezirk besucht. Lacaton hat einen 16-stöckigen Gemeindebau in Tour Bois le Prêtre komplett renoviert - mit ganz neuen Methoden.
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ÖSTV-GF Georg Matzner hat die Mitbegründerin des Architekturbüros Lacaton & Vasall Architects, Anne Lacaton, in ihrem Büro im zehnten Pariser Bezirk besucht. Lacaton hat einen 16-stöckigen Gemeindebau in Tour Bois le Prêtre komplett renoviert - mit ganz neuen Methoden.
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Anne Lacaton: "Ursprünglich wollte (die Gemeindebauverwaltung) Pairs Habitat diesen Gemeindebau in einer der ärmsten Regionen von Paris schleifen. Man hat sich dann aber anders entschieden, vor allem als klar wurde, dass eine Sanierung durchaus möglich wäre und dabei noch die Wohnqualität verbessert werden kann ...
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... Die Pariser Vororte sind grundsätzlich ein riesiges Problem. Es gibt 130.000 Wohnungen aus den sechziger und siebziger Jahren, die als nicht mehr bewohnbar eingestuft werden. Für Bois le Prêtre wurde 2005 ein Wettbewerb zur Renovierung ausgeschrieben, den wir gewonnen haben. Paris investiert in diese Verbesserungen von Wohnhäusern in den Vororten von 2003 bis heuer immerhin 25 Milliarden Euro."
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Lacaton: "Der Wettbewerb forderte nicht nur die Sanierung der Fassade, sondern auch die Verbesserung aller gemeinschaftlichen Bereiche des Hauses. Gleichzeitig wollte man auch die kleinen und engen Wohnungen verbessern, vergrößern und sie hell und transparent gestalten. Es geht also auch um eine qualitative Verbesserung der Wohnsituation für die Bewohner."
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"Meine Partner Jean Philippe Vassal und Fredric Drout und ich haben diesen Wettbewerb gewonnen, weil wir nicht einfach nur saniert haben, sondern den gesamten Prozess durchdacht haben, inklusive der Auswirkungen einer zweijährigen Sanierungsdauer. ...
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... So mussten die Bewohner ihre Wohnungen jeweils nur kurz verlassen und konnten nach einigen Wochen bereits wieder zurückkehren."
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Auf der wirtschaftlichen Seite ist die Rechnung eindeutig: Die Sanierung kostete zwei Drittel eines kompletten Neubaus und es werden jetzt 60 % der Heizkosten eingespart.
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Lacaton: "Eigentlich ist es ganz einfach: Die alte Plattenbaufassade wurde sukzessive entfernt und durch vorgefertigte Stahl-Wintergartenmodule ersetzt, die wie ein Baugerüst dem Objekt einfach vorgestellt und dann fixiert wurden. Vor dem Wintergarten kragt noch ein Balkonelement aus. ...
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... Eine 44 m2-Wohnung wurde damit um 26 m2 vergrößert. Bis zu sieben Wohnungen konnten an einem Tag bestückt werden. Die Fassadensanierung war ziemlich einfach und schnell, aber es mussten auch die Innenräume, Lifte etc. erneuert werden - und das hat gedauert. ...
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... Es gibt immer wieder Interessenten, beispielsweise in Bordeaux, aber so richtig trauen sich die Gemeinden oder Planer noch nicht. Trotzdem: Überall dort, wo die Abrissbirne angedacht ist, ist diese Methode eine wichtige Alternative - schnell und kostengünstig!"
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Anne Lacaton: "Wir haben derzeit zwei vergleichbare Projekte laufen: eines in St. Nazaire für den Umbau von 40 Wohnungen inklusive der Neuerrichtung weiterer 40 Einheiten und ein zweites in Bordeaux für die Sanierung von drei Wohnhäusern mit insgesamt 530 Wohnungen - bei voller Bewohnbarkeit während des Umbaus."