Gut zu wissen

So entwickelt sich der Brandschutz weiter

Wie wird Holz brandsicher gemacht? Und wie muss Dämmschaum im Brandfall reagieren? Brandschutzarten von der Fuge bis zur Decke im Überblick.

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Brandschutz Sicherheit Dämmung Montageschaum Holzbau Beschichtung

Ein guter Brandschutz mindert nicht nur die Brennbarkeit des Baumaterials, er verhindert auch so gut wie möglich das Ausbreiten und Durchdringen der Flammen. Die Brandschutzmaßnahmen beginnen bei der kleinsten Fuge und machen auch vor Türen nicht Halt.

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Dämmschaum und Schaumkern

Viele Dämmstoffe sind, wenn nicht speziell behandelt, hoch brennbar und tragen so zu im Brandfall noch zum  Unglück bei – denn die Flammen verbreiten sich über die Dämmstoffe besonders schnell. Das könnte beispielsweise der Fall beim Großbrand des Londoner Grennfell Towers im Juni 2017 gewesen sein. Viele Experten vermuten, dass die aluminiumkaschierten Dämmplatten des Hochhauses die Wärme beim Brandausbruch einschlossen und so die Ausbreitung des Feuers begünstigten. Genau den gegenteiligen Effekt hat nicht brennbarer Dämmschaum, denn dieser behindert die Flammen sogar noch in ihrer Ausbreitung. Diese neueren Schäume haben eine Kunststoff- statt beispielweise einer Pflanzenfaserbasis. Werden sie noch keramisch verstärkt, sind sie auch im Brandfall besonders formfest und tragfähig. Schaumkerne werden aus den gleichen Gründen auch im Schiffs- und Flugzeugbau eingesetzt.

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Dämmschaum und Schaumkern

Viele Dämmstoffe sind, wenn nicht speziell behandelt, hoch brennbar und tragen so zu im Brandfall noch zum  Unglück bei – denn die Flammen verbreiten sich über die Dämmstoffe besonders schnell. Das könnte beispielsweise der Fall beim Großbrand des Londoner Grennfell Towers im Juni 2017 gewesen sein. Viele Experten vermuten, dass die aluminiumkaschierten Dämmplatten des Hochhauses die Wärme beim Brandausbruch einschlossen und so die Ausbreitung des Feuers begünstigten. Genau den gegenteiligen Effekt hat nicht brennbarer Dämmschaum, denn dieser behindert die Flammen sogar noch in ihrer Ausbreitung. Diese neueren Schäume haben eine Kunststoff- statt beispielweise einer Pflanzenfaserbasis. Werden sie noch keramisch verstärkt, sind sie auch im Brandfall besonders formfest und tragfähig. Schaumkerne werden aus den gleichen Gründen auch im Schiffs- und Flugzeugbau eingesetzt.

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Drunter Holz, drüber Schicht

Der natürliche Baustoff Holz hat den klaren Vorteil, dass er immer wieder nachwächst. Da er aber auch ein hoch brennbares Material ist, gibt es in den meisten Ländern klare Einschränkungen für mehrgeschossige Holzgebäude. Beschichtungen können die Brennbarkeit von Holz zwar nicht eliminieren, doch bereits stark herauszögern. Mit jedem Fortschritt in diesem Bereich werden auch die Baubegrenzungen für Holz korrigiert. Die Beschichtung kann transparent aufgetragen werden und expandiert beim Kontakt mit Feuer, wodurch das Holz darunter – zumindest für einige Zeit – geschützt wird.

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Kein Durchkommen

Sind Wände und Verkleidungen brandfest, Fenster und Türen aber nicht, breiten sich Flammen annähernd so schnell aus wie ganz ohne Brandschutz. Brandschutzfenster und –türen sind aus Stahl oder Aluminium gefertigt, zusätzlich müssen die inneren Kammern gefüllt werden. Diese Füllungen bestehen entweder aus einer Kühlmasse oder Gipskarton-, beziehungsweise Silikatplatten. Die Kühlmassefüllung erweist sich als wesentlich schneller und kostengünstiger in der Produktion der Fenster und Türen. Dafür werden speziell brandfeste Schäume verwendet. PU-Schäume hingegen würden sich nicht für den Brandschutz eignen, da sie bei zu hohen Temperaturen erstens schwinden und zweitens ihre Form verlieren. Die dadurch entstehenden Lücken in den Kammern wären dann erst recht durchlässig.

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Kleine Fugen dicht gemacht

Brandschutzschäume werden dafür verwendet, Fugen zu füllen und abzudichten. Die PU-Schäume sind schwer entflammbar und werden bei besonderen Brandschutzverordnungen mit anderen brandhemmenden Materialen kombiniert. Montageschaum wird im Brandschutz immer beliebter, da er mehrere Anwendungsgebiete hat. Zum einen können damit Tür- und Fensterrahmen befestigt, zum anderen Hohlräume aufgefüllt werden. Mit der permanenten Weiterentwicklung und Verbesserung der Montageschäume hat sich noch ein weiterer Einsatzort aufgetan: die Fixierung von Elektrodosen.