Schweiz

Sika schreibt erneut Rekordergebnisse

Was trotzdem problematisch ist und wie die weitere Strategie aussieht, lesen Sie hier!

Sika Schweiz Baustoff Baustoffe

Die Schweizer Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika hat in den ersten drei Quartalen 2018 ihren dynamischen Wachstumskurs mit neuen Rekordergebnissen fortgesetzt. Allerdings bremsten steigende Rohstoffpreise und die Kosten für die Beilegung des Übernahmestreits mit den Erben des Firmengründers die Gewinnzahlen etwas.

Der Betriebsergebnis auf Stufe EBIT legte in der Folge um 9 Prozent auf 728,9 Mio. Franken (640,9 Mio. Euro) zu und wuchs damit etwas weniger schnell als der Umsatz. Dieser kletterte von Jänner bis September um 15 Prozent auf 5,32 Mrd. Franken. Geholfen haben auch positive Währungseffekte: In Lokalwährungen wuchsen die Verkäufe um 14,1 Prozent.

Ohne die Kosten für die Lösung der Übernahmestreits wäre der operative Gewinn immerhin um 12,4 Prozent gewachsen, hält Sika fest. Insgesamt 23 Mio. Franken kostete Sika die Beilegung des langjährigen Konflikts mit Saint-Gobain und der Familie Burkard. Der Reingewinn schließlich erhöhte sich um 11,4 Prozent auf 318,2 Millionen. Damit hat Sika die Schätzungen der Analysten übertroffen.

Doch auch die steigenden und nach Angaben des Unternehmens volatilen Rohstoffkosten forderten Sika. Dazu kamen Sonderaufwendungen für die Integration von zugekauften Firmen. Sika habe diese Effekte teilweise mit Preiserhöhungen teilweise kompensiert.

Den stärksten Umsatzzuwachs erzielte Sika in den Regionen EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und Americas mit 14,4 und 13,0 Prozent in Lokalwährungen. In der mit Abstand größten Konzernregion EMEA setzte Sika 2,4 Mrd. Franken um, Akquisitionen steuerten 7,2 Prozent zum Wachstum bei. Ein hohes einstelliges Wachstum habe man in den Kernmärkten Spanien und Großbritannien gesehen, der Nahe Osten, Afrika und Osteuropa kamen auf zweistellige Raten.

In Nord- und Südamerika belief sich der Akquisitionseffekt auf 5,0 Prozent bei einem Umsatz von 1,38 Mrd. Franken. In den USA habe Sika zweistellig zugelegt; Mexiko, Argentinien und Brasilien hätten sich überdurchschnittlich entwickelt.

Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik stagnierte bei 4,8 Prozent nach 4,9 Prozent im Vorjahr. Die höchsten Wachstumsraten wurden in Indien und China erzielt.

Das neu geschaffene Segment Global Business wuchs um 29,9 Prozent auf 687,4 Mio. Franken. Darin enthalten ist das Automotive-Geschäft sowie die beiden akquirierten Firmen Axson und Faist ChemTec.

2018 will Sika unverändert mit über 10 Prozent wachsen und erstmals die Umsatzmarke von 7 Mrd. Franken knacken. Eine Herausforderung seien die steigenden und volatilen Rohstoffpreise. Der EBIT und der Gewinn sollen im Gesamtjahr zweistellig gesteigert werden. Bisher hatte Sika ein leicht überproportionales Wachstum in Aussicht gestellt. Eine Herausforderung stellen laut Sika die steigenden und volatilen Rohstoffpreise dar.

Sika will im Berichtsjahr insgesamt acht neue Fabriken eröffnen, in den ersten neun Monaten waren es deren sechs. Doch auch akquisitorisch will das Unternehmen weiter wachsen: Im stark fragmentierten Bauchemiemarkt würden weitere Übernahmen angestrebt. (APA)