Schweiz/Frankreich

Sika legt Übernahmestreit mit Saint-Gobain bei

Lesen Sie, wie die Lösung nach dem jahrelangen Konflikt aussieht.

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Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika hat einem Zeitungsbericht zufolge den jahrelangen Übernahmestreit mit der französischen Saint-Gobain beigelegt. Der Pariser Baustoffriese sei vom Vorhaben abgerückt, die Kontrolle über den kleineren Rivalen zu übernehmen, berichtete die "Financial Times" am Donnerstagabend online. 

Die Einzelheiten der komplexen Transaktion sollen dem Bericht zufolge am Freitagmorgen veröffentlicht werden.

Demnach kaufe Saint-Gobain zwar wie bisher geplant die Stimmenmehrheit an Sika von der Gründerfamilie Burkard. Danach erwerbe Sika selbst aber einen Teil der eigenen Aktien von Saint-Gobain. Zudem sei geplant, dass die Aktienstruktur von Sika vereinfacht werde. Bisher hatten zwei Aktienklassen der Familie ermöglicht, trotz einer Minderheit des Kapitals die Firma zu kontrollieren.

Genau dies wollte Saint-Gobain nutzen, um mit einem überschaubaren Kapitaleinsatz von 2,75 Mrd. Franken (2,32 Mrd. Euro) das Steuer bei Sika zu übernehmen. Eine Lösung der Auseinandersetzung wurde auch durch den kräftigen Anstieg des Sika-Aktienkurses ermöglicht. Während Saint-Gobain ursprünglich vereinbarte, der Familie eine Prämie von rund 80 Prozent zum damaligen Aktienkurs zu zahlen, hat sich dieser Aufschlag inzwischen in einen Abschlag verwandelt. Dem "FT"-Bericht zufolge bezahlt Saint-Gobain der Familie für ihren Kapitalanteil von 17 Prozent nun rund drei Milliarden Franken. Sieben Prozent reiche Saint-Gobain dann an Sika weiter und entrichte dafür zwei Milliarden Franken. Damit streiche Saint-Gobain einen Gewinn auf der Transaktion ein. Sika kommt derzeit auf einen Börsenwert von 16 Mrd. Franken.

Sika und Saint-Gobain konnten für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Einigen sich Sika und Saint-Gobain tatsächlich, geht eine seit Dezember 2014 laufende Auseinandersetzung zu Ende, die ein Heer von Beratern und auch Gerichte beschäftigt hat. Die Einigung käme überraschend, denn noch vor wenigen Wochen hatten sich keine Aufweichung der Fronten abgezeichnet. Die meisten Beobachter waren davon ausgegangen, dass schließlich das oberste Schweizer Gericht den Streit entscheidet. (APA)