Frankreich

Sieben Prozent der französischen Brücken haben schwere Mängel

Dennoch sehen die Verantwortlichen große Unterschiede zur Situation in Italien.

Frankreich Brücken Morandi-Brücke

Trotz Mängeln an Frankreichs Brücken sieht die Regierung keine Einsturzgefahr wie in Genua. Es gebe "keine Notlage", versicherte Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Mittwoch nach der ersten Kabinettssitzung nach der Sommerpause. Nötig seien größtenteils "kleinere Bauarbeiten". Diese müssten allerdings so schnell wie möglich erfolgen, damit sich die Bausubstanz nicht weiter verschlechtere.

Ein Expertenbericht im Auftrag der Regierung hatte kürzlich ergeben, dass rund 4.000 Brücken in Frankreich reparaturbedürftig sind. Davon weisen sieben Prozent ernste Mängel auf. Experten kritisieren, dass die Regierung seit Jahren zu wenig Geld in die Infrastruktur investiert.

"Die französische Situation kann in keiner Weise mit der italienischen verglichen werden", betonte dagegen Griveaux unter Berufung auf einen Bericht von Verkehrsministerin Elisabeth Borne an den Ministerrat.

Die Zahlen zu maroden Brücken betreffen nur das staatliche Straßennetz - in Frankreich wird der Großteil der Autobahnen von privaten Betreibern bewirtschaftet, die Maut kassieren. Die eingestürzte Brücke in Genua wurde durch den privaten Infrastrukturkonzern Atlantia verwaltet. Bei dem Einsturz kamen 43 Menschen ums Leben.

Bei der Pariser Kabinettssitzung ging es auch um weitere Reformen. Präsident Emmanuel Macron wolle das Tempo beibehalten, sagte Griveaux. Ab September sind unter anderem Vorschläge zum Kampf gegen Armut und gegen das Defizit der staatlichen Krankenhäuser geplant. (APA)