Österreich

Schmid: mehr regionales Recycling mineralischer Rohstoffe

Der Baumit-Chef sieht die Umweltgefahr auch nicht in den Einfamilienhäusern, sondern an einer anderen Front.

Baumit Nachhaltigkeit Massivbau Robert Schmid

Robert Schmid trat als Umweltsprecher der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer auf den Plan.

Die Industrie-Sparte in der Wirtschaftskammer will die Kreislaufwirtschaft stärken, dem Green Deal der EU steht sie aber eher skeptisch gegenüber. So führe die Dekarbonisierung der Eisen- und Stahlindustrie zu einem Rohstoffmangel bei der Zementindustrie, die Flächenstilllegungen in den Wäldern würden den Holzmangel verschärfen, der ohnedies schon durch die massive Biomassenutzung befeuert werde. Der aktuell diskutierte Dosen- und Kunststoffpfand wird kritisch gesehen.

Robert Schmid, Umweltsprecher der Sparte Industrie in der Kammer und Chef der Baumit-Gruppe, betonte heute bei einem Pressegespräch, dass an dem Abbau von mineralischen Rohstoffen kein Weg vorbei führt. Das regionale Recycling mineralischer Baustoffe decke aktuell nur knapp zehn Prozent des jährlichen Materialbedarfes von ca 100 Millionen Tonnen ab. Dabei werde jetzt schon bei Bauabfällen ein Recyclinggrad von 80 Prozent erreicht.

Der Zulieferer für die Bauindustrie verwehrte sich heute gegen den Vorwurf des "zubetonierens" des Landes (Stichwort Bodenversiegelung) - dies sei schlicht falsch, denn Österreich würde "zuasphaltiert" - und zwar von den Einkaufszentren samt ihren Parkplätzen, nicht von den Einfamilienhäusern, betonte Schmid.

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Andreas Mörk, Geschäftsfüher der Bundessparte Industrie, erwartet beim derzeitigen Mangel an Bauholz nunmehr eine Entspannung, die "Goldpreise", die in den USA für Holz geboren werden, seien zusammengebrochen. Zur Konkurrenz durch das Verheizen von Biomasse meinte Mörk, dass er für eine höherwertige Verwertung als nur das Verbrennen ist, denn wenn der Baum direkt im Hackschnitzelofen landet, sie es "schade um den Rohstoff".

Dem stimmte auch Andreas Windsperger, Geschäftsführer des Instituts für Industrielle Ökologie, zu. "Die kaskadische Nutzung ist das Schlüsselwort. Das hat sich im Ökostromgesetz nicht niedergeschlagen", meinte er. Schmid ortet hier mangelnde Flexibilität der Politik - Förderungen, um neue Technologien anzustoßen, seien wichtig, aber irgendwann müsse sich diese Form der Energieerzeugung auch selbst tragen.

Die Sektion Industrie in der Wirtschaftskammer fordert heute unter anderem rechtliche "Sandbox"-Lösungen, also abgeschottete Bereiche bis zur Marktreife von Produkten. Gewinne dürften nicht beschnitten werden, denn sie würden Forschung und Entwicklung finanzieren. Und einmal mehr fordert die Industrie eine Senkung der Lohnnebenkosten - "mehr netto vom brutto", so Schmid. (APA)