Italien

Salini-Konsortium wird Genua-Brücke wieder errichten

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Ein Konsortium um Italiens größten Baukonzern Salini Impregilo hat den Auftrag für die Wiedererrichtung der im August eingestürzten Morandi-Brücke in Genua erhalten. Dies berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Dienstag. Am Konsortium beteiligen sich die in Triest beheimatete Schiffswerft Fincantieri und der Gleisbauer Italferr, Tochter der Italienischen Staatsbahnen (FS).

Das Konsortium um Salini setzte sich gegen weitere neun Interessenten durch - darunter der Baukonzern Cimolai, der für die Wiedererrichtung der Brücke ein Projekt des spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava vorgelegt hatte. Der Bürgermeister von Genua, Marco Bucci, der auch Regierungsbeauftragter für den Wiederaufbau der Brücke ist, soll noch am Dienstag offiziell bekanntgeben, dass das Salini-Konsortium den Bauauftrag erhalten hat. Geplant ist die Realisierung eines Projekts des Genueser Architekten Renzo Piano.

Die Betreibergesellschaft der Brücke, die Autostrade per l'Italia (ASPI), die von den italienischen Regierungsparteien von Anfang an wegen angeblich mangelnder Instandhaltung für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, war vom Rennen um den Wiederaufbau des Viadukts ausgeschlossen worden. Diesen Beschluss will die Autobahngesellschaft vor Gericht anfechten.

Die Staatsanwaltschaft Genua hat am Montag die Genehmigung für den Abriss des westlichen Teils der Morandi-Brücke gegeben. Damit kann die Demontage der Überreste des Viadukts beginnen. Geplant ist auch der Abriss von 50 bis 120 Gebäuden, die sich unter der Brücke befinden.

Während eines schweren Unwetters war am 14. August das 40 Meter hohe sogenannte Polcevera-Viadukt auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der italienischen Autobahn 10, die als Urlaubsverbindung "Autostrada dei Fiori" bekannt ist und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei darstellt. 43 Personen kamen ums Leben, Hunderte wurden obdachlos. (APA)