Wohnbau

Riesen-Bauprojekt in Berlin steht wegen Streit still

Was ist wichtiger: Gewerbeflächen oder Wohnraum? Politik und Investoren liegen sich bei einem Projekt in Berlin ob dieser Frage in den Haaren.

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In Berlin werden Wohnungen mindestens genauso dringend benötigt wie in Wien. Und es gäbe auch genug Pläne, die da zumindest etwas Abhilfe schaffen könnten. Doch genau so ein Projekt in Kreuzberg zeigt derzeit, wie schwer und weit hin es mit der Abhilfe dann oft sein kann.

Am Halleschen Ufer, auf dem Areal des ehemaligen Postscheckamtes, war ein Stadtquartier mit ursprünglich 710 Wohnungen geplant. Dieses Projekt der CG-Gruppe ist mittlerweile auf 500 Wohnungen geschrumpft. Der Wohnungsanteil von ursprünglich 70 Prozent ist ebenso gesunken. Nach derzeitigem Stand soll die Hälfte der entstehenden Fläche für Gewerbe genutzt werden.

Nur dass der derzeitige Stand weder Wohnungssuchenden, noch Gewerbe etwas bringt, da der Bezirks-Bauausschuss nicht der Projektentwicklung zustimmt. Ausschussvorsitzender John Dahl von der SPD wirft der CG-Gruppe vor, sich an dem gesteigerten Gewerbeanteil bereichern zu wollen. Die Investoren meinen wiederum, auch Gewerberaum sei in Berlin knapp und vonnöten. 

30.000 Wohnungen

Von den Wohnungen, die in den Plänen noch enthalten sind, sollen – so der Megabau je zustande kommt – 182 Einheiten an das landeseigene Wohnungsunternehmen Degewo gehen. Ihr Preis pro Quadratmeter soll dann unter zehn Euro liegen. Dafür müssen die Verhandlungen aber nun fortgesetzt werden. Und das schnell. Bis 2021 will die rot-rot-grüne Stadtregierung eigentlich 30.000 neue Wohnungen schaffen.