Österreich

Regierungsprogramm zum Thema Wohnen – mehr als „nur Überschriften“?

Der Immobilien-Dienstleister EHL sieht im Wohnprogramm der neuen Regierung nicht nur Gutes. Was steckt hinter den Überschriften des Programms?

EHL Österreich Wohnbau Immobilienwirtschaft

Noch zurückhaltend beurteilt man beim Wiener Immo-Consulter EHL das Wohnungskapitel des neuen türkis-grünen Regierungsprogramms. Dass die Ökologisierung in den Vordergrund treten solle und auch den Begriff "leistbares Wohnen" könne man nicht negativ sehen, doch gebe es "derzeit nicht mehr als Überschriften", meinte Wohnungsexpertin Sandra Bauernfeind am Mittwoch.

Auch zu den angekündigten erweiterten und auch neuen Abschreibungsmöglichkeiten für Neubauten und Sanierung "wird man sich ansehen müssen, wie sie definiert werden", sagte die Geschäftsführende Gesellschafterin bei einem Pressegespräch zum Immo-Ausblick 2020. Und Bauernfeind erinnerte auch daran, dass die Abschreibungsdauer für Verbesserungsmaßnahmen erst vor gar nicht so langer Zeit von 10 auf 15 Jahre ausgedehnt wurde.

Die von den Regierungsparteien angekündigten Aufzonungs-Möglichkeiten - im Programm ist von einem Vorrang von Nachverdichtung und Überbauung vor einer "Versiegelung grüner Wiesen" die Rede - begrüßt Bauernfeind. In diesem Bereich gebe es sehr wohl "viel Potenzial", obgleich der eine oder andere Dachgeschoß-Ausbau allein nicht den Druck vom Wohnungsmarkt nehmen werde. Zudem seien solche Ausbauten derzeit oft schwierig zu erreichen, da ein Einvernehmen der Wohnungseigentümer nötig sei. Doch hier solle es ja Erleichterungen geben, verwies die Expertin aufs Regierungsprogramm: "Wenn die Beschlussfassungen erleichtert werden, ist es sicher kein Nachteil."

Makler, Wohnung, Wohnungsübergabe © Fotolia

Bestellerprinzip keine "Abkehr vom Doppelmakler-System"



Eine "Maklerprovision nach dem Bestellerprinzip", wie es im Koalitionspapier heißt, ist für Bauernfeind "nicht die Abkehr vom Doppelmakler-System". "Bestellerprinzip" bedeute nur, dass derjenige die Kosten trage, der eine Leistung bestelle. "In Wahrheit haben wir ja zwei Besteller, denn auch der Mieter will ja etwas von uns", betonte die Expertin. Auch hier sei das Regierungsprogramm "noch unkonkret und man muss auf die Ausformulierung warten". (apa/red)

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