Österreich

Produktivitätsverlust in der Bauwirtschaft

Laut einer Studie von Kreutzer, Fischer & Partner verliert die Bauwirtschaft als einziger Wirtschaftssektor an Produktivität - und das erzeugt noch woanders ein Problem.

Kreutzer, Fischer & Partner Österreich Andreas Kreutzer

Laut einer Studie des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner ist eine Ursache der steigenden Mietpreise der Produktivitätsverlust in der Bauwirtschaft. Leistbares Wohnen wird ohne Effizienzsteigerung nicht möglich sein, so Kreutzer Fischer & Partner laut Aussendung vom Dienstag.

Der Grund für die Teuerung im Wohnbau liege neben der massiven Nachfrage von Seiten institutioneller Anleger und rasant steigenden Grundstückskosten in den steigenden Baupreisen infolge fehlender Produktivitätsgewinne. Die Bauwirtschaft wuchs zwischen 1995 und 2018 nominal um rund 3 Prozent pro Jahr, teilte das Beraternetzwerk in einer Presseaussendung mit. 

Die Bauwirtschaft sei der einzige große Wirtschaftsbereich, bei dem das Wachstum ausschließlich preisgetrieben war und bei dem in den letzten rund 25 Jahren keine Produktivitätsgewinne erzielt wurden. Durchschnittlich sank die Arbeitsproduktivität, bezogen auf die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden, um 0,6 Prozent pro Jahr, schreiben die Berater unter Berufung auf Daten der Statistik Austria. Der ebenso personallastige Tourismussektor zeigt im Vergleich Produktivitätsgewinne von durchschnittlich 0,4 Prozent jährlich. Seit 1995 ist die Arbeitsproduktivität im Tourismus um 7,5 Prozent gestiegen, am Bau um 9,3 Prozent gesunken.

Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg erhöhte sich die Arbeitsproduktivität zwischen 1995 und 2018 um knapp 33 Prozent (1,7 Prozent pro Jahr). An der Spitze lagen der Finanzsektor und die Landwirtschaft mit einem durchschnittlichen Wachstum von 4,8 bzw. 4,7 Prozent pro Jahr.

Andreas Kreutzer von der Wiener Niederlassung des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner sieht den Grund für diese Negativentwicklung in der Bauwirtschaft einerseits in der mangelnden Industrialisierung, andererseits in der innovationsfeindlichen Grundhaltung in diesem Sektor. (APA)