Österreich

Porr: Ergebnis des dritten Quartals unter Vorjahresniveau

Leistungsseitig konnte allerdings an die erfolgreichen Vorquartale angeschlossen werden. Lesen Sie hier, was falsch und was richtig läuft..

Porr Österreich Börse Konjunktur Bilanz Karl-Heinz Strauss

Der börsennotierte Baukonzern Porr musste nach drei Quartalen einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Betriebsergebnis (Ebit) fiel um 32,8 Prozent, unterm Strich schmolz der Gewinn um 30,4 Prozent auf 21,3 Millionen Euro. Aufs Ergebnis drückten vor allem das Geschäft in Deutschland und Katar. Dafür hat der Konzern deutlich mehr Aufträge geangelt.

Im Gesamtjahr soll der Gewinn "aufgrund niedrigerer Ergebnisbeträge aus Deutschland und Katar" aber nur etwas unter dem Vorjahreswert liegen, teilte Porr am Mittwoch mit. Der Auftragsbestand kletterte indes um 12,1 Prozent auf einen Höchstwert von 5,8 Milliarden Euro. Die Produktionsleistung stieg nach drei Quartalen, auch dank Zukäufen, um 19,9 Prozent auf 3,34 Milliarden Euro. Bei den Umsatzerlösen gab es ein Plus von 21,4 Prozent auf 3,01 Milliarden Euro.

Neben dem organischen Wachstum war dieser Zuwachs auch auf die neu übernommenen Gesellschaften zurückzuführen. So entfielen in Deutschland rund 200 Millionen Euro der Produktionsleistung auf Zukäufe. In Österreich wurden aus der Übernahme der Hinteregger-Gruppe noch kaum Leistungen verbucht, da das Closing erst Anfang September erfolgte. Wichtigste Märkte blieben mit einem Anteil an der Produktionsleistung von rund 86 Prozent die fünf Heimmärkte – Österreich, Deutschland, die Schweiz, Polen und Tschechien. Der mit Abstand wichtigste Markt war erneut Österreich, der für rund 47 Prozent der Produktionsleistung verantwortlich zeichnete. Deutlich gewachsen ist der Anteil Deutschlands an der Gesamtleistung, dieser beträgt mittlerweile rund 25 Prozent. Alle operativen Einheiten der Porr verzeichneten im Berichtszeitraum Leistungssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich.

Das Betriebsergebnis fiel auf 33,1 Millionen Euro (-32,8 Prozent), beim Konzernergebnis vor Steuern gab es einen Rückgang von 30,3 Prozent auf 28,4 Millionen Euro. Das Periodenergebnis kam mit einem Minus von 30,4 Prozent bei 21,3 Millionen Euro zu liegen. Schuld waren laut Konzernangaben "die Akquisitionen in Deutschland und der damit einhergehende rasche Aufbau von Strukturen". In Katar sei es wegen der durch politische Turbulenzen erschwerten Logistik- und Beschaffungsprozesse zu einem Kostenanstieg gekommen - die Projekte würden aber planmäßig laufen.

Der größte Auftragseingang 2017 war das deutsche Industriegroßprojekt für BMW in München-Freimann, das gemeinsam mit dem Auftraggeber nach modernsten BIM- und Lean-Standards umgesetzt wird. Zu den weiteren Großakquisitionen zählen die neue Bahnstrecke LK 354 Poznań–Piła in Polen und der Bau eines Teilabschnitts der Stadtbahnlinie U5 in Frankfurt. In Polen wurde das Straßenprojekt E30 Kędzierzyn–Opole akquiriert, in der Slowakei die Straße D3 Čadca. Besonders erfreulich waren in Norwegen die Akquisitionen der drei Neuprojekte E18 Varodd Brücke, E18 Rugtvedt–Dørdal und das Kläranlagenprojekt Bekkelaget bei Oslo. Die größten neuen Aufträge in Österreich waren die Arge Murkraftwerk Graz, die Wohnhausanlage Leopold-Böhm-Straße in Wien und der PPP Schulcampus Berresgasse. In der Schweiz wurden zwei weitere Hochbauprojekte am Zürcher Hauptbahnhof akquiriert.

Die Bilanzsumme wuchs im Vergleich zu Ende Dezember 2016 um 19,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote stand zum 30. September 2017 bei 19,6 Prozent. Das Ergebnis je Aktie fiel nach neun Monaten um 33,3 Prozent auf 0,66 Euro.

Porr-CEO-Karl-Heinz Strauss sagt zum Quartalsergebnis: "Wir haben in den vergangenen Monaten sowohl operativ als auch organisatorisch wichtige Weichen gestellt. Die Porr ist für die kommenden Jahre optimal aufgestellt. Wir haben die Basis für die Fortsetzung unseres Wachstumskurses geschaffen. In Deutschland können wir durch die Zukäufe den mittel- und norddeutschen Infrastrukturmarkt mit qualifiziertem Eigenpersonal abdecken. In Österreich ergänzt die Hinteregger-Gruppe mit ihrem Know-how im Tiefbau unser Leistungsportfolio ideal. Jetzt geht es um die Integration der neuen Einheiten, die uns auch im nächsten Jahr noch beschäftigen wird, immer mit dem Ziel, nachhaltig zu wachsen und unser Ergebnis zu steigern." 

Der derzeitige CFO Christian Maier wird mit Jahresende seine Funktion als Finanzvorstand zurücklegen. Als Nachfolger wurde Andreas Sauer nominiert, der sich ab kommenden Februar um die Finanzen kümmern soll. "Die entsprechenden Beschlüsse sollen in der Aufsichtsratssitzung am 6. Dezember 2017 gefasst werden", hieß es im Konzernbericht. (APA/red)