Mittelamerika

Nicaragua-Kanalprojekt liegt auf Eis

Beim Bau des umstrittenen Nicaragua-Kanals herrscht Stillstand. Der Baubeginn de Wasserstraße ist weiterhin unklar.

Nicaragua

Der Nicaraguakanal soll nach den Vorstellungen der Regierung das arme mittelamerikanische Land in die Zukunft katapultieren. Doch auch  dreieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich für den Bau des Nicaragua-Kanals zwischen Atlantik und Pazifik gibt es noch kein offizielles Datum für den tatsächlichen Beginn. "Ich kann kein Datum nennen. Wir arbeiten noch an den Plänen", sagte der Sprecher des Bauprojekts, Telemaco Talavera, am Mittwoch im Fernsehen. "Der Kanal ist eine große Chance für Nicaragua, unabhängig davon, ob wir ihn jetzt bauen oder künftige Generationen", so der Sprecher weiter.

2013 hatte die nicaraguanische Regierung das Projekt angekündigt und die Konzession an das chinesische Unternehmen HKND vergeben. Neben der fast 300 Kilometer langen Wasserstraße sollen zwei Häfen, zwei Flughäfen, mehrere Fabriken und eine Freihandelszone entstehen. Anrainer und Umweltschützer kritisieren das 50 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 42 Milliarden Euro) teure Projekt. Bauexperten hegen Zweifel an der Machbarkeit. Außerdem ist unklar, ob HKND genügend Investoren ins Boot holen konnte.

Der Kanal soll Reedereien eine Alternative zum kürzlich erweiterten Panama-Kanal bieten und viel Geld in das arme Land bringen. Nach Vorstellungen der Regierung könnten fünf Prozent des Welthandels auf den Meeren über den Nicaragua-Kanal abgewickelt werden. Umweltschützer warnen vor einem ökologischen Desaster, wenn es zum Bau kommt. (APA/red)