Großprojekte

Neuer Baustopp für Monsterkraftwerk Belo Monte

Ein Gericht hat den Bau des von Bürgern und Ureinwohnern Brasiliens erbittert bekämpften Wasserkraftwerks Belo Monte erneut gestoppt. Belo Monte ist im Amazonas-Gebiet als das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt geplant.

International

In Brasilien sind die Bauarbeiten für das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt im Amazonas-Gebiet erneut per Gerichtsbeschluss gestoppt worden. Als Grund für die Einstweilige Verfügung gab Richter Antonio Souza Prudente an, Umweltauflagen für das Kraftwerk Belo Monte seien nicht erfüllt worden.

Deswegen sei mit sofortiger Wirkung eine zuvor erteilte umweltrechtliche Genehmigung suspendiert. Auch dürfe die staatliche Entwicklungsbank BNDES bis auf Weiteres keine Mittel für Belo Monte freigeben. Der Richter folgte mit der Entscheidung einer Klage der Staatsanwaltschaft.

In der diese Woche mitgeteilten Entscheidung vom vergangenen Freitag ordnete das Gericht in Falle der Zuwiderhandlung eine Strafe von 500.000 Reais (160.000 Euro) pro Tag an. Die Verfügung hat Gültigkeit bis auf eine Überprüfung der nächsten Instanz.

Damit muss das Bau- und Betreiber-Konsortium Norte Energia S.A. die Arbeiten am Xingu-Fluss im Amazonas-Gebiet im Bundesstaat Para erneut auf Eis legen. Auch 2011 und im August 2012 waren gerichtliche Baustopps ergangen.

Die Gesamtinvestitionen für Belo Monte belaufen sich schätzungsweise auf 29 Milliarden Reais (rund 9,6 Mrd. Euro. Mehr als 500 Quadratkilometer Land sollen überflutet werden.

Belo Monte wäre mit einer Kapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt - nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Die ersten Turbinen sollen 2015 in Betrieb gehen. Gegen das Projekt gibt es in der Region seit Jahren erbitterten Widerstand. (dpa/apa/pm)