Österreich

Neue Büros überschwemmen Wien

Nachfrage nach neuerrichteten Büroimmobilien auch 2018 dank Konjunkturaufschwungs stark.

Der Bürokomplex "The Icon Vienna" soll heuer im Herbst fertig werden.

Wien baut seine führende Position als Bürostandort in Österreich derzeit so kräftig aus wie noch nie. 2018 soll es mehr Fertigstellungen als bisher geben. Jedenfalls kommt heuer mit rund 300.000 Quadratmetern voraussichtlich doppelt so viel Neufläche auf den Markt wie im abgelaufenen Jahr. Rund 60 Prozent davon entwickelt die Signa-Gruppe rund um den Immobilieninvestor Rene Benko.

Um die Vermietbarkeit angesichts dieser Angebotsschwemme macht sich Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber aber keine Sorgen: "Grundsätzlich gehen wir sehr optimistisch in die kommenden Monate hinein - wir sehen die Nachfrage in zentralen Toplagen", sagte er am Donnerstag vor Journalisten anlässlich der Gleichenfeier für das Immobilienprojekt "The Icon Vienna" am Areal des neuen Wiener Hauptbahnhofes. Errichtet wird das Großprojekt von dem (hinter der Strabag) zweitgrößten heimischen Baukonzern Porr.

Die Konjunktur springt generell an, auch die Baukonjunktur. Dass sich dabei auch Beton und Stahl verteuern, wie Porr-Chef Karl-Heinz Strauss anmerkte, stört den Developer Signa nicht weiters: "Wir werden steigende Mieten kriegen - für uns als großen Projektentwickler ist es kein wirklich großes Problem, dass die Baupreise steigen", so Stadlhuber. Er glaubt vor allem an eine starke Nachfrage nach modernen Büroflächen mit perfekter Verkehrsanbindung und Freizeitinfrastruktur wie sie die Signa anbietet.

Der Bürokomplex "The Icon Vienna", der aus drei unterschiedlich hohen Türmen mit einer gemeinsamen Sockelgeschoßzone besteht und eine Bruttogeschoßfläche von 134.500 Quadratmetern umfasst, soll heuer im dritten Quartal fertig werden. Baubeginn war Ende 2015/Anfang 2016.

Wien, Austria, Campus, Praterstern © Signa

Der "Austria Campus" am Wiener Praterstern war laut Signa "die größte Immobilientransaktion des Jahres 2017".

Die Immobilie wurde bereits im vergangenen Sommer, rund eineinhalb Jahre vor der Fertigstellung, an den Versicherer Allianz verkauft. Es gibt auch bereits einige Ankermieter: Als Erster wird im November der Lebensmittelkonzern Nestle einziehen. Ebenfalls bereits fix eingebucht sind die BAWAG P.S.K., das Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen TPA sowie die Handelskette Merkur.

Neben dem "Icon"-Deal brachte die Signa 2017 auch den Verkauf von drei der sechs Bauteile des "Austria Campus" am Wiener Praterstern an den institutionellen Investor PGIM Real Estate - rund ein Jahr vor Projektfertigstellung - unter Dach und Fach. Dort ist die Bank Austria eingemietet. Mit einem Volumen von mehr als 530 Millionen Euro war dieser Deal laut Signa "die größte Immobilientransaktion des Jahres 2017" und die bisher "größte Büroimmobilientransaktion in Österreich überhaupt". "Insgesamt haben wir 2017 rund 1,2 Milliarden Euro im gewerblichen Bereich verkauft", sagte Stadlhuber zur APA.

Ein weiteres Gebäude am Austria Campus ging gegen Jahresende an die Wirtschaftskammer Wien, die heuer im Herbst ihre neue Zentrale dorthin verlegen möchte. Die letzten beiden großen Bauteile werden noch dieses Jahr fertiggestellt.

Die Signa gehört eigenen Angaben zufolge mittlerweile zu den größten Immobilienentwicklern in Europa - derzeit liege das Neuentwicklungsvolumen bei mehr als 5,5 Milliarden Euro. Über 2,7 Milliarden Euro davon entfallen alleine auf Wien. Zu den Kernmärkten des Konzerns zählen - neben Österreich - Deutschland und Norditalien. Das Gesamtimmobilienvermögen der Signa beträgt derzeit mehr als 10 Milliarden Euro. (APA)