Autobahnbau

Milliardenprogramm der Asfinag 2017: Ausbau und Tunnelsicherheit

Die Asfinag investiert heuer 1,2 Milliarden Euro in das heimische Autobahnnetz. Mit dem Geld werden 30 Tunnel saniert und weitere Autobahnkilometer neu gebaut. Mit drei im Asphalt eingebauten Waagen will die Asfinag die Überladung von Lkw bekämpfen.

Österreich Verkehr ASFINAG
Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl, Bundesminister Jörg Leichtfried und Asfinag-Vorstand Alois Schedl bei der Vorstellung des Investitionsprogramms 2017.

Die Asfinag investiert heuer 1,2 Mrd. Euro in das hochrangige Verkehrsnetz. 530 Mio. Euro davon gehen in den Neubau. Bei den Erhaltungsmaßnahmen steht einmal mehr die Tunnelsicherheit im Mittelpunkt. 30 Tunnel werden heuer saniert.

Bei den größeren Neubauprojekten nennt die Asfinag den Start der Arbeiten an den Schnellstraßen S 7, S 3 und S 36 sowie die Arbeiten an der A5 Nordautobahn. Bei dem großen und umstrittenen Projekt im Weinviertel soll die A5 noch heuer um 25 Kilometer bis Poysbrunn verlängert werden. Mehr dazu im Hintergrundbericht von SOLID: Aufwändigstes Straßenbauprojekt Österreichs: Der Neubau der A5Nordautobahn >>

Weitere Neubauvorhaben 2017

Für die S7 Fürstenfelder Schnellstraße im Abschnitt West zwischen Riegersdorf und Dobersdorf seien die UVP-Bescheide rechtskräftig, so die Asfinag. Heuer im Herbst sollen die Hauptbauarbeiten beginnen. Geplante Verkehrsfreigabe sei demnach 2022, die investiert beziffert die Autobahnholding mit 485 Millionen Euro.

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Ab März sollen die Arbeiten beim zweiten Schritt zum Ausbau der S36 Murtal Schnellstraße zwischen St. Georgen ob Judenburg und Scheifling starten. Hier sollen bis Herbst 2020 werden insgesamt sechs Kilometer neu gebaut und aufgerüstet. Die Investition beträgt laut Asfinag 105 Millionen Euro.

Bei der S3 Weinviertler Schnellstraße stünden noch einige Genehmigungsverfahren aus. Im Sommer will die Asfinag mit dem Bau des elf Kilometer langen Abschnittes zwischen Hollabrunn und Guntersdorf beginnen. Die Investitionen betragen hier 132 Millionen Euro.

Ganz im Plan liegt die ASFINAG seit 2015 mit dem Weiterbau der A 5 Nord Autobahn im Abschnitt Nord (Schrick – Poysbrunn). Im Dezember steht die Verkehrsfreigabe an. (Investition: 283 Millionen Euro, exkl. 21 Millionen Euro Drittfinanzierung durch EU).

Asfinag redet über Grenzen der Überwachung

Den Plänen von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) zur Nutzung des Asfinag-Mautsystems zur Überwachung von Kfz-Kennzeichen erteilten die Autobahnholding und Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) einen Dämpfer.

Der Großteil des jetzigen Systems könne Kennzeichen gar nicht speichern. Außerdem widerspreche die Rechtslage einer großflächigen Überwachung. "Im Freiland haben wir keine Grundlage, irgendetwas zu speichern", so Vorstand Alois Schedl vor Journalisten.

Laut Leichtfried liegt es nun am Innenministerium, mit seinen Mitarbeitern Kontakt aufzunehmen. "Ich gehe davon aus, dass das Innenministerium das Infrastrukturministerium kontaktiert und unsere technische Expertise abfragt, sonst wird es schwierig werden", so Leichtfried.

Überladene Lkw mit Waagen im Asphalt bekämpfen

Und auch bei der Verkehrssicherheit sieht er Handlungsbedarf im Innenministerium, insbesondere was die Kontrolle der Gewichtslimits bei Lkw betrifft.

Der zunehmenden Zahl von überladenen Lastwagen, insbesondere bei Klein-Lkw, wird mit drei in die Autobahn verbauten Waagen begegnet.

Die Asfinag nimmt heuer drei in die Autobahn eingebaute Waagen in Betrieb, mit denen neben den schweren Lkw auch die Kleintransporter kontrolliert werden.

Verkehr wächst immer noch weiter

Das Verkehrswachstum hat im Vorjahr um drei Prozent zugelegt, bei den Verkehrsstrafen gab es ein Plus von zehn Prozent auf 60 Mio. Euro. Die Zunahme führt Asfinag-Co-Vorstand Klaus Schierhackl auf Verbesserungen bei der Eintreibung der Strafen im Ausland zurück. (red/apa)